Landesbischöfin setzt sich weiter für NPD-Verbot ein

Nachricht 28. Dezember 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann will auch im neuen Jahr entschieden gegen Neonazis und Rechtsextremismus vorgehen. Dehalb trete sie auch weiterhin für ein Verbot der NPD ein, sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland am Donnerstag im epd-Gespräch: "Wie wollen wir jungen Menschen vermitteln, dass sie diese Partei nicht wählen sollten, wenn sie doch offiziell zugelassen ist?"

Es mache sie fassungslos, dass eine Partei in der deutschen Öffentlichkeit auftreten dürfe, die wie die NPD Hetzparolen gegen jüdische Bürger und Migranten verbreite, sagte Käßmann weiter. Die Kirche habe 1933 weggesehen, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Dies dürfe sich nie wiederholen, betonte die Bischöfin:
"Rechtsextremismus ist Gift für unser Land."

Besonders Jugendliche müssten sensibilisiert werden. Sie seien oft das Ziel rechter Propaganda. Das Durchschnittsalter der NPD-Mitglieder betrage 35 Jahre. Damit sei die NPD die jüngste Partei in Deutschland: "Hier sind wir als Christinnen und Christen gefragt, als Seelsorger, aktive kirchliche Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit, aber auch in den Vereinen und kommunalen Organisationen", sagte Käßmann weiter.

Bei einer Tagung der Landeskirche im Oktober zum Thema Rechtsextremismus hätten kirchlich engagierte Menschen erzählt, wie sehr sie sich in ihren Dörfern von Neonazis bedroht fühlten: "Das hat mich sehr bewegt", sagte die Bischöfin. Ihr sei klar, dass eine ernste Auseinandersetzung mit dem Thema Zivilcourage erfordere. Deshalb rufe sie alle Gemeindemitglieder dazu auf, sich für Bündnisse, runde Tische und Aktionen einzusetzen, um dem rechtsextremen Denken und Handeln gemeinsam und entschlossen zu begegnen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3805/27.12.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen