Landesbischöfin erinnert Heiligabend an verstorbene Kinder

Nachricht 24. Dezember 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat in ihrer Heiligabend-Predigt an die Kinder erinnert, die in diesem Jahr durch Vernachlässigung und Misshandlung gestorben sind. Sie seien eine Mahnung für mehr Achtsamkeit in der Gesellschaft. "Warum es all das Leid gibt in unserem Leben, können wir nicht vollkommen erfassen. Das bleibt ein Geheimnis des Glaubens", sagte die Bischöfin am Montag in der hannoverschen Marktkirche. Die große Hoffnung der Christen sei aber, dass in Gottes Zukunft Leid und Geschrei ein Ende haben werden.

Das zentrale Bild für Weihnachten sei, dass Gott als Kind in eine Welt gekommen sei, die nicht heil und wohlig war. Die Krippe des Jesus-Kindes sei zum Sinnbild für Liebe und Geborgenheit geworden. Maria und Josef hätten alles für ihr Kind getan, was ihnen möglich war, sagte Käßmann: "Solche Eltern, die in aller Armut für ihr Kind da sind, wünschen wir jedem Kind."

Die biblische Geschichte erzähle auch von den Hirten, die aufmerksam hinschauten, wie es dem Säugling gehe, sagte die Bischöfin der größten evangelischen Kirche in Deutschland weiter. Außerdem werde von den großzügigen Weisen aus dem Morgenland berichtet, die sich darum bemühten, das Neugeborene materiell abzusichern. All dies brauche ein Kind. Das Kind in der Krippe sei ein Zeichen der Verletzbarkeit des Lebens, betonte Käßmann: "Das mahnt uns, auf das Kind zu achten."

Durch das Kind werde deutlich, dass Gott auf der Welt gewesen sei: "Gott weiß, was Menschen umtreibt und quält, was sie freut und bewegt", sagte die Bischöfin: "Deshalb kann ich mich Gott anvertrauen."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3833/24.12.07)
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