Russland: Christliche Programme aus zwei Sendern verbannt

Nachricht 23. Dezember 2007

Moskau / Wetzlar (idea). Die Programme der Radiomission Trans World Radio (TWR) und ihres deutschen Partners Evangeliums-Rundfunk (ERF) in Wetzlar sind aus zwei großen Sendern in Russland verbannt worden. Bereits zum 4. Dezember hatte der Sender Majak (deutsch: Leuchtturm) die Ausstrahlung der christlichen Sendungen gestoppt. Zum Jahresende folgt ihm der Jugendsender Junost. Damit verlieren TWR und ERF wichtige Verbreitungswege im gesamten Gebiet der früheren Sowjetunion. Darauf hat der Leiter der russischen Abteilung im ERF, Johann Wiens (Wetzlar), hingewiesen. Nicht allein TWR und ERF sind betroffen: Die staatliche Fernseh- und Radiogesellschaft WGTRK (Moskau) hat alle privaten Programmanbieter aus den beiden Sendern verbannt. Wiens beklagt, dass diese Möglichkeit zur Ausbreitung des Evangeliums endet. „Andererseits sind wir sehr dankbar, dass wir seit der politischen Wende 16 Jahre lang über die staatlichen Sender das Evangelium verbreiten konnten.“

Umbau der Sowjetunion eröffnete Sendemöglichkeiten
In den Zeiten des Umbaus der Sowjetunion konnten TWR und ERF 1991 beim landesweiten privaten „Radio 1“ ihre Sendungen unterbringen. Als diese Senderkette eingestellt wurde, ergaben sich die Möglichkeiten bei Majak und Junost. Täglich wurden über Majak morgens um 5.50 Uhr und abends um 22.20 Uhr jeweils zehn Minuten im ganzen Land die christliche Botschaft verbreitet, später nur noch sechs Minuten. Bei Junost gab es täglich 45-minütige Verkündigungssendungen morgens, halbstündige mittags und eine Viertelstunde am frühen Abend. Diese wurden 2006 auf zehn Minuten tägliche Sendezeit morgens um 6.20 Uhr verkürzt. Junost und Majak wurden damals vom europäischen Teil Russlands bis in die fernöstlichen Regionen über 730 UKW- und Mittelwellen-Stationen in allen elf Zeitzonen verbreitet. Im Jahr 2002 löste sich Weißrussland von den beiden Sendern, so dass sich die Zahl der Sender verringerte. Die russischsprachigen christlichen Programme werden in Studios in Moskau, Krasnojarsk und St. Petersburg produziert.

In und für Russland wird weiter gesendet
Derzeit strahlen TWR und ERF noch über weitere Sender in und nach Russland aus. Täglich eine Stunde ist über Kurzwellensender in Wertachtal bei Augsburg und Moosbrunn (Österreich) sowie über die Mittelwelle in Grigoriopol (Moldawien) zu hören. Drei Stunden täglich strahlt ein Mittelwellensender in St. Petersburg aus. Eine halbe Stunde täglich gibt es außerdem über die Mittelwelle in Tartu (Estland). Der ERF beteiligt sich mit rund 350.000 Euro jährlich an den anfallenden Kosten. Weltweit sendet TWR in mehr als 200 Sprachen.

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