Lutherischer Weltbund: Neujahrsbotschaft ruft Mitgliedskirchen zur Mitarbeit an Umsetzung eingegangener Verpflichtung auf

Nachricht 22. Dezember 2007

Genf. Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfarrer Dr. Ishmael Noko, hat die Mitgliedskirchen aufgefordert, im Jahr 2008 an der Umsetzung der vor 60 Jahren eingegangenen Verpflichtung, die grundlegenden Elemente der gottgegebenen Menschenwürde zu achten, mitzuwirken.

In seiner Neujahrsbotschaft an die LWB-Mitgliedskirchen ruft Noko dazu auf, sich den zahlreichen Herausforderungen, mit denen Gottes Volk in der Welt konfrontiert sei, zu stellen. Hierzu zaehlt der LWB-Generalsekretaer die Themen Menschenrechte, illegitime Auslandsschulden und Klimawandel.

Im Rückblick benennt der Generalsekretär als zentrales Thema des Jahres 2007 das 60. Jubiläum des LWB. Die Feierlichkeiten seien nicht um ihrer selbst willen begangen worden, so Noko. Das Jubiläum sei Anlass gewesen “zur Erneuerung und Stärkung der Beziehungen innerhalb unserer Kirchengemeinschaft und mit unseren Partnern und Partnerinnen in der Mission Christi.“

Im Blick auf das 60. Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte forderte Noko, dies dürfe “keine sinnentleerte Jubiläumsfeier“ werden. “Die Menschenrechtserklrung war und ist allen Völkern der Welt Inspiration und Aufforderung zum Handeln.“ Tatsächlich sei jedoch bisher zu wenig erreicht worden. Auch seien die in ihr enthaltenen Verpflichtungen nur in geringem Umfang erfüllt worden. Der LWB-Generalsekretär forderte die Mitgliedskirchen dazu auf, 2008 zu einem Jahr zu machen, “in dem wir Kirchen uns zurückbesinnen und die 1948 geleisteten Versprechen einfordern, auf Rechenschaft gegenüber diesen Verpflichtungen beharren und uns dafür einsetzen, dass sie allgemein praktische Umsetzung finden.“

Die illegitimen Auslandsschulden, unter deren erdrückender Last die Menschen nach wie vor stöhnten, bezeichnete Noko als “ein Hindernis bei dem Genuss der Menschenrechte und der Annahme der befreienden Frohen Botschaft Christi.“

Laut Noko ist für die Opfer wirtschaftlichen Unrechts längst ein Erlassjahr ueberfällig, “in dem Schulden getilgt und Gefangene befreit werden“. Im kommenden Jahr solle nach neuen Möglichkeiten dafür gesucht werden, “dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Staaten von ethischen Prinzipien bestimmt sind und nicht länger Generationen armer Menschen in die Schuldknechtschaft zwingen.“

Die fundamentale ethische Herausforderung der heutigen Zeit ist für Noko der Schutz des Planeten und im Zusammenhang damit der Klimawandel. Das Jahr 2008 werde entscheidend dafür sein, wie sich der internationale Rahmen gestalte, um die festzulegenden Emissionssenkungen durchzusetzen. “Wir müssen uns dafür einsetzen, dass wir unsere Beziehung zur Schöpfung und unser Leben in ihr auf eine neue Weise gestalten, die unser theologisches Verständnis von communio besser in der Praxis zum Ausdruck bringt“, so der LWB-Generalsekretär.

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegründet, zählt er inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund 66,7 Millionen Christen und Christinnen in 78 Ländern weltweit angehören.

Internet: Lutherischer Weltbund