EKD für Familienförderung bei kirchlichen Einrichtungen

Nachricht 18. Dezember 2007

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) empfiehlt neue Wege der Familienförderung in Kirche und Diakonie. Von kirchlichen und diakonischen Einrichtungen werde zu Recht erwartet, dass sie bei der Förderung familienfreundlicher Regelungen vorangingen, schreibt der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber im Vorwort einer Arbeitshilfe, die am Dienstag in Hannover veröffentlicht wurde.

In den Einrichtungen der Diakonie arbeiten etwa 423.000 Frauen und Männer überwiegend in Pflege- und Erziehungsberufen. In der evangelischen Kirche sind knapp 234.000 Personen beschäftigt, darunter 74 Prozent Frauen.

Das kirchliche Engagement für familienfreundliche Arbeitsverhältnisse sei nicht nur eine Frage der eigenen Glaubwürdigkeit, sondern auch ein ökonomisches Gebot, schreibt Bischof Huber: "Wo Beschäftigte mit Familienaufgaben gezielt unterstützt werden, sinken die Fehlzeiten, während die Qualität der Arbeit steigt." Die Empfehlungen erarbeitete eine Ad-hoc-Kommission unter Leitung der früheren Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD).

Als Grundlage für eine familienbewusste Arbeitspolitik befürwortet die Kommission regelmäßige Bedarfsuntersuchungen. Daneben informiert der EKD-Text über Regelungen zur Arbeitszeitflexibilisierung sowie Unterstützungs- und Serviceleistungen für Beschäftigte mit Kindern oder betreuungsbedürftigen Angehörigen. Mit der Arbeitshilfe, die zahlreiche praktische Beispiele enthält, sollten kirchliche Arbeitgeber und die Mitarbeitervertretungen ermuntert werden, sich für familienfreundliche Arbeitsgestaltung einzusetzen.

Mit den Empfehlungen reagiere die EKD auf die Abschaffung familienbezogener Leistungen im Tarifrecht des öffentlichen Dienstes, an dem sich die Kirchen bisher orientiert haben, heißt es. Stattdessen empfiehlt die Kommission, die Familienförderung auszubauen und über das Tarifrecht eine neue Balance von Erwerbsarbeit und Familienarbeit für Frauen und Männer zu ermöglichen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3787/18.12.07)
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