Preuß verliert kirchliches Amt

Nachricht 18. Dezember 2007

Propsteivorstand Königslutter entlässt NPD-Funktionär aus Kirchenvorstand

Königslutter. Der Vorstand der Propstei (Kirchenkreis) Königslutter hat den NPD-Funktionär Adolf Preuß aus dem Vorstand der Kirchengemeinde Süpplingen entlassen. Der Propsteivorstand habe zu diesem Schritt keine Alternative gesehen, da sich Preuß nicht vom Programm der rechtsextremen Partei distanziert habe, heißt es in einem Schreiben vom 17. Dezember. Durch sein öffentliches Einstehen für die NPD verletze er erheblich die Verpflichtung, die er als Kirchenvorsteher eingegangen sei, heißt es weiter.

Bei seiner Einführung in das kirchliche Leitungsamt habe er sich verpflichtet, dieses „in der Bindung an Gottes Wort treu dem Bekenntnis der evangelisch-lutherischen Kirche nach den Ordnungen der Kirche zu führen“. Die theologische Analyse des NPD-Parteiprogramms habe indessen ergeben, dass die dort vertretene Weltanschauung mit den Grundlagen des christlichen Glaubens nicht vereinbar sei. Mit Bedauern stellt der Propsteivorstand fest: „Wir hätten uns gefreut, wenn Sie Ihren christlichen Glauben über eine Parteiideologie gestellt hätten.“

Laut Kirchengemeindeordnung hat die Kirchengemeinde den Auftrag, das Wort Gottes zu verkünden, die Sakramente zu reichen und missionarisch und diakonisch tätig zu sein. Der Kirchenvorstand ist ebenso wie das Pfarramt für die Erfüllung dieses Auftrags verantwortlich. Er vertritt die Kirchengemeinde nach Innen und nach Außen.