Landessuperintendent Horch fordert Bildungsoffensive

Nachricht 18. Dezember 2007

Stade (epd). Der Stader Landessuperintendent Manfred Horch hat eine früh einsetzende Bildungsoffensive für benachteiligte Kinder gefordert. "Wir müssen Wege zu diesen Kindern finden, um sie zu fördern", schreibt der leitende Theologe in einem Beitrag für die niedersächsische "Evangelische Zeitung". Die Beschäftigten in Kindertagesstätten berichteten von einer zunehmenden Erziehungsunsicherheit quer durch alle Schichten. Die Armut unter Kindern, Verwahrlosung und das Desinteresse mancher Eltern seien deprimierend.

Oft werde die Situation durch Bildungsarmut verschärft, warnte Horch. Erzieherinnen hätten ihm berichtet, dass einige Eltern nicht mehr wüssten, wie eine preiswerte und schmackhafte Mahlzeit zubereitet werden könne. Die Kinder würden häufig mit Fast Food und Cola abgespeist. "Manche Kinder stopfen besonders am Freitag und Montag viel in sich hinein. Sie essen auf Vorrat oder holen nach, weil sie am Wochenende kaum versorgt werden." Mittagstische für bedürftige Kinder und Elternkurse zu den Grundbegriffen der Haushaltsführung zeigten, wie Kirchengemeinden in dieser Situation helfen würden.

Horch kritisierte das von der CDU propagierte Betreuungsgeld. Es würdige zwar die Leistungen von Müttern, die ihre Kinder zu Hauseerzögen: "Andererseits besteht jedoch die Gefahr, dass die Eltern, deren Kinder es besonders nötig hätten, gefördert zu werden, dieses Geld eben nicht für ihre Kinder verwenden werden." Zu diesem Kreis gehörten Eltern aus Migrantenfamilien und sozial schwachen Verhältnissen. Für ihren Nachwuchs sei aber frühkindliche Bildung unverzichtbar.

Internet: www.sprengel-stade.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b3768/17.12.07)
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