Deutsche sind religiöser als angenommen

Nachricht 16. Dezember 2007

Berlin (idea). Religion ist für die Deutschen wichtiger als bislang angenommen. Das hat eine internationale Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben. 70 Prozent der über 18-Jährigen gaben an, dass Religion für sie bedeutsam sei. Fast jeder Fünfte sagte er sei tiefreligiös. Er besucht regelmäßig Gottesdienste, betet häufig und beschäftigt sich intensiv mit religiösen Fragen.
Besonders viele Tiefreligiöse gibt es unter den Katholiken. Mit 27 Prozent sind es dort fast doppelt so viele wie in der evangelischen Kirche.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie: Auch in den östlichen Bundesländern sind die Menschen religiöser als oft vermutet wird. Zwar gehören mehr als zwei Drittel der Ostdeutschen (68 Prozent) keiner Religionsgemeinschaft an, während dieser Anteil im Westen nur bei 15 Prozent liegt. Allerdings sagten 44 Prozent der ostdeutschen Befragten, sehr oft, oft oder gelegentlich über religiöse Themen nachzudenken. 48 Prozent haben ein grundsätzliches Interesse an religiösen Fragen.

Ebenfalls aufschlussreich: Zwischen den Generationen gibt es nur wenige Unterschiede. Das Bild der religiösen Alten und der gottlosen Jugend ist der Studie nach nicht zu halten. Nur jeder Dritte der 18- bis 29-Jährigen ist nicht religiös. Hingegen glauben 41 Prozent von ihnen an Gott und an ein Weiterleben nach dem Tod. Dies sind mehr als in jeder anderen Alterstufe. Von den über 60-Jährigen gehen nur 18 Prozent mindestens einmal pro Woche in den Gottesdienst. Nur jeder Fünfte von ihnen bezeichnet sich selbst als religiös. Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) glaubt dagegen, dass es kein Leben nach dem Tod gibt.

Im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung befragten die Forscher für den „Religionsmonitor 2008“ rund 21.000 Menschen in 21 Ländern zu ihren religiösen Praktiken und Vorstellungen. Den höchsten Anteil Religiöser gibt es der Studie nach in Indien und Nigeria (99 Prozent). In den westlichen Ländern haben die USA die höchsten Werte. Dort sind 89 Prozent der Bevölkerung religiös, 62 Prozent sogar besonders religiös. Am schwächsten verbreitet ist der Glauben in Russland. Nur jeder zweite Russe ist religiös, nur sieben Prozent sind sehr religiös.

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