Verbindliche Ziele für den Klimaschutz sind zwingend notwendig

Nachricht 14. Dezember 2007

"Brot für die Welt" fordert Aufstockung des Anpassungsfonds

Stuttgart. "Brot für die Welt" fordert verbindliche Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen bis 2020. "Das sich abzeichnende Scheitern der Klima-Konferenz in Bali, konkrete Ziele zur Senkung der Treibhausgasemissionen festzulegen, ist ein Armutszeugnis für die Weltgemeinschaft", kommentiert Bernhard Walter, Klima- und Landwirtschaftsexperte bei "Brot für die Welt", die Entwicklungen auf Bali.

"Die Einigung auf einen Zeitplan für weitere Schritte zum Klimaschutz bis zur Konferenz in Kopenhagen 2009 oder ein Fernziel in 2050 reicht definitiv nicht aus. Es ist inakzeptabel, dass die Regierungen einiger weniger Staaten die Zukunft unseres Planeten gefährden, weil sie sich vor den angeblichen wirtschaftlichen Schäden fürchten", so Walter weiter. Laut Weltklimarat wären für wirkungsvolle Gegenmaßnahmen bis 2030 lediglich Investitionen nötig, die etwa einem Jahr Wachstum der Weltwirtschaft entsprechen. Das zu erwartende Wohlstandsniveau würde also nur ein Jahr später erreicht.

Die Industrieländer seien die Hauptverantwortlichen für eine Entwicklung, bei der im Interesse kurzfristiger materieller Gewinne und einer ressourcenintensiven Lebensweise die ökologischen Begrenzungen missachtet würden. „Deshalb müssen nach dem Verursacherprinzip die für den Klimawandel verantwortlichen Länder, Unternehmen und Konsumenten für die Klimaschäden und die Kosten der Anpassung in den besonders betroffenen Entwicklungsländern aufkommen", fordert Walter.

Der auf Bali vereinbarte Anpassungsfonds zur Finanzierung von Maßnahmen gegen Folgen des Klimawandels werde dem Ausmaß der zu bewältigenden Aufgabe in keiner Weise gerecht. "Bei geschätzten Anpassungskosten der Entwicklungsländer an die Auswirkungen des Klimawandels von jährlich 35 Milliarden Euro sind die vereinbarten Summen nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", so Walter weiter.

Geplant sind zwei Prozent der jährlichen Umsätze des Clean Development Mechanism (CDM). Mit Hilfe des CDM können Industriestaaten ihren Verpflichtungen zur Reduzierung von Treibhausgasen nicht nur durch Maßnahmen im eigenen Lande, sondern auch durch Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern nachkommen. "Der Anpassungsfonds muss dringend aufgestockt werden." Zur Zeit würden über diesen Mechanismus insgesamt lediglich Projekte für etwa 2,7 Milliarden Euro abgewickelt.

Dass der Schutz der Tropenwälder zur Vermeidung von Treibhausgasen als Beitrag zum Klimaschutz im nächsten Klimaschutzvertrag berücksichtigt wird, sei zwar begrüßenswert. Für einen langfristigen Erfolg sei jedoch die genaue Ausgestaltung der Regelungen entscheidend. "Die immense Nachfrage nach Produkten, deren Herstellung Entwaldung mitverursacht, wie zum Beispiel nach Futtermitteln oder angeblich klimaschonenden Agrotreibstoffen, muss als Problem erkannt werden", warntWalter vor einem Scheitern der Maßnahmen.

Brot für die Welt