Kinderbischöfe legen Rechenschaft ab

Nachricht 06. Dezember 2007

Göttingen/Winsen (epd). Die Kinderbischöfe in der evangelischen Gemeinde Göttingen-Nikolausberg haben am Donnerstag Rechenschaft über ihre Arbeit abgelegt. So habe der Ortsrat auf ihre Initiative einen Zuschuss für Spielgeräte auf dem Schulhof bewilligt, berichteten Charleen (11), Cornelius (10) und Paul (11) in einem Gottesdienst in der Nikolausberger Kirche: "Jetzt haben wir zum Beispiel Bälle, Frisbee-Scheiben und eine Torwand."

Die 1999 erstmals ernannten kleinen Bischöfe in Nikolausberg sollen die Interessen der Mädchen und Jungen gegenüber dem Ortsrat und dem Kirchenvorstand vertreten. Mit der Ernennung von Kinderbischöfen will die Kirchengemeinde eine alte Tradition neu beleben. Im Mittelalter seien am Vorabend des Nikolaustages in vielen Orten Europas Kinderbischöfe eingesetzt worden, die auf die Sorgen und Probleme von Kindern aufmerksam machten.

Auch in Winsen/Luhe bei Hamburg gibt es seit Donnerstag erstmals drei Kinderbischöfe. Sie seien von Sechstklässern aus der Stadt gewählt worden und würden ihr Amt bis zu den Sommerferien ausüben, teilte die evangelische St. Marien-Gemeinde mit. Die kleinen Bischöfe werden von drei Erwachsenen in ihrer Arbeit unterstützt.

In Nikolausberg brachten die Kinderbischöfe ihrem Bericht zufolge noch weitere Vorhaben auf den Weg. So werde künftig außerhalb der Schule ein Englischkurs für Kinder angeboten. Eine Frau aus dem Dorf sei mit der Nadel für den "kinderfreundlichsten Menschen" ausgezeichnet worden. Andere Anregungen wie mehr Zebrastreifen und mehr Radwege hätten bislang nicht realisiert werden können. Die Kinderbischöfe könnten nicht alle Wünsche erfüllen, sagte Charleen. "Wir können sie nur vortragen."

Der Ortsrat und der Kirchenvorstand sollen die Kinderbischöfe einmal im Jahr an ihren Sitzungen teilnehmen lassen. "Am Ende des Schuljahrs hat uns der Kirchenvorstand zum Eisessen eingeladen", erzählten die Kinderbischöfe. "Aber nur Paul ist gekommen, und da hatte Paul viel Eis."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3679/06.12.07)
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