Landesbischöfin fordert zu mehr Engagement für Kinder auf

Nachricht 04. Dezember 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat zu mehr gesellschaftlichem Engagement für Kinder aufgerufen. "Da verhungert mitten in Schwerin ein fünfjähriges Mädchen." Dieses und andere Beispiele von vernachlässigten oder misshandelten Kindern machten erneut deutlich, wie wichtig ein solcher gemeinsamer Einsatz sei, sagte Käßmann am Dienstag in Hannover zum Auftakt eines neuen Aktionsbündnisses für Kinder.

Zusammen mit Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) und der Präsident des Sparkassenverbandes, Thomas Mang, eröffnete sie das Bündnis, das von der gemeinnützigen Stiftung "Eine Chance für Kinder" initiiert wurde. Ziel sei es, Mütter und Väter in die Lage zu versetzen, ihre Kinder liebevoll und verantwortungsvoll großzuziehen und ihnen Hilfe anzubieten, falls erforderlich, teilte die Stiftung mit. Das "Aktionsbündnis für unsere Kinder" trete unter anderem für einen vermehrten Einsatz von Hebammen und Familienhebammen zur Unterstützung der Eltern ein.

Solche Netzwerke seien wichtig, sagte Käßmann. Eltern hätten eine große Verantwortung und leisteten enorm viel. Sie sollten damit jedoch nicht allein gelassen werden. "Es geht auch um die Haltung einer Gesellschaft insgesamt, die ihre Zukunft auf Kinder baut. Wer nur Börsenkurse im Blick hat, kann tief fallen. Aber wer im eigenen Leben an kommende Generationen denkt, lebt wahrhaftig nachhaltig", führte die Bischöfin weiter aus.

"Unsere egomanische, ökonomiefixierte Gesellschaft lernt gerade ganz neu: Die Zukunft liegt im Verletzbaren, im Kind", sagte Käßmann. Kinder müssten spüren, dass sie gebraucht werden. Sie bräuchten Rituale, Vorbilder, Werte, Religion und Gebete. Es gehe darum, wahrzunehmen: "Alle Eltern wollen Gutes für ihr Kind. Aber viele müssen neu lernen, dass Erziehung auch etwas ist, was Eltern leisten müssen. Dass Regeln eingeübt und Versorgung gewährleistet sein muss."

Initiativen wie das neue Aktionsbündnis könnten Eltern dabei unterstützen, sagte Käßmann. Das Bündnis steht unter Schirmherrschaft des Präsidenten des Sparkassenverbandes, Thomas Mang, und ist bei der Stiftung "Eine Chance für Kinder angesiedelt". Bisher nehmen den Angaben zufolge unter anderem der Landesfrauenrat und der Hausärzteverband Niedersachsen, die Landesvereinigung für Gesundheit, die SPD- und die CDU-Fraktion im Landtag sowie die Landkreise Goslar und Leer am Bündnis teil.


Internet: www.eine-chance-fuer-kinder.de
(epd Niedersachsen-Bremen/b3645/04.12.07)
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