Kirchen mahnen: Klimaschutz mit Gerechtigkeit verknüpfen

Nachricht 03. Dezember 2007

Berlin/London/Upsala. (idea) Umfassende Anstrengungen gegen den Klimawandel und für globale Gerechtigkeit mahnen drei europäische Kirchenleiter an.In einem am 3. Dezember veröffentlichten gemeinsamen Brief wenden sich der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams (London), und der Erzbischof der lutherischen Kirche von Schweden, Anders Wejryd (Uppsala), an den Präsidenten des Europäischen Rats, Portugals Ministerpräsident Jose Socrates (Lissabon), den Präsidenten der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso (Brüssel), die Regierungschefs ihrer jeweiligen Länder, Angela Merkel (Berlin), Gordon Brown (London) und Fredrik Reinfeldt (Stockholm), sowie an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon (New York).

Auf der indonesischen Insel Bali ist am 3. Dezember die Weltklimakonferenz der UN eröffnet worden. Dort sollen die Weichen für ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Klimaprotokoll von Kyoto gestellt werden. Die Kirchenleiter mahnen dazu, „den Lebensraum, den Gott geschaffen hat, auf eine zukunftsfähige und heilsame Weise zu nutzen“. Darüber müsse man Rechenschaft vor Gott ablegen. Die Schöpfungsgeschichte der Bibel könne nicht als Auftrag verstanden werden, die Erde unbegrenzt auszubeuten. Um ein angemessenes und gerechtes Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012 zu sichern, müssten die Industriestaaten eine Vorreiterrolle übernehmen.

Ein Paradox des Klimawandels liege darin, dass jene, die am wenigsten zu dem Problem beigetragen haben – nämlich die Ärmsten – am meisten darunter zu leiden hätten. Die Regierungen müssten ein neues Verständnis von Gerechtigkeit entwickeln, das über die eigenen nationalen Interessen hinausgehe und Klima als ein „globales öffentliches Gut“ in den Blick nehme. Wörtlich heißt es: „Der Klimawandel erfordert mehr, als sich nur gegen die Umweltzerstörung einzusetzen; er erfordert auch, die Armut zu bekämpfen und für die Sicherheit der Menschen zu sorgen“. Wenn nichts gegen den Klimawandel getan werden, sei die Verwirklichung der im Jahr 2000 vereinbarten Millenniumsentwicklungsziele gefährdet. Ein Hauptziel ist die Halbierung der extremen Armut bis 2015.

Copyright: Evangelische Nachrichtenagentur idea

E-Mail: idea@idea.de