Lüneburger Wahrzeichen wird nach Sanierung eingeweiht

Nachricht 03. Dezember 2007

Lüneburg (epd). Mit einem Festtag weiht die evangelische St.-Johannis-Gemeinde in Lüneburg am Sonntag nach mehr als einem Jahr Restaurierung ihre gotische Backsteinkirche neu ein. Damit sei für rund 1,5 Millionen Euro die größte Innensanierung der Kirche seit mehr als 45 Jahren abgeschlossen, sagte die Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde, Gisela Aye, am Montag. St. Johannis aus dem 14. Jahrhundert gilt als ein Wahrzeichen Lüneburgs. Im Gottesdienst zur Einweihung predigt die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann.

"Die Arbeiten waren dringend notwendig", sagte Aye. So habe sich herausgestellt, dass Gewölberippen unter dem Putz zum Teil erheblich beschädigt waren. Das Mauerwerk im Inneren des fünfschiffigen Baus wurde ausgebessert und die Kirche komplett neu verputzt und nach historischen Befunden bemalt. Dafür waren nach Angaben Ayes rund 30.000 Kubikmeter des Kirchenraumes eingerüstet worden, um eine Arbeitsplattform bis unter das Gewölbe zu schaffen.

In der Kirche wurden Malereien entdeckt und in Teilen freigelegt - darunter eine weibliche Heiligenfigur, die wahrscheinlich zu Beginn des 15. Jahrhunderts entstand. Zudem hat eine Orgelbaufirma die historische Niehoff/Dropa-Orgel gereinigt und erstmals in ihrer mehr als 450-jährigen Geschichte dokumentiert. Dabei sei historisches Pfeifenmaterial entdeckt worden, dessen Existenz zum Teil nicht bekannt gewesen sei, sagte Aye. Zum Sanierungsprojekt gehört weiter eine neue Chororgel, die erstmals im Advent 2009 erklingen soll.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) sind Schirmherren des Projektes. Es wurde den Angaben zufolge mit Bundes- und Landesmitteln, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und weiteren Stiftungen sowie Spenden finanziert.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3632/03.12.07)
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