Pfarrer wollte nicht mit Pfarrerin Abendmahl austeilen

Nachricht 01. Dezember 2007

Hyvinkäa (idea). Zwei Pfarrer und eine weitere Christin aus Finnland sind vom Bezirksgericht Hyvinkäa (bei Helsinki) am 30. November zu Geldstrafen wegen Verstößen gegen das Antidiskriminierungsgesetz verurteilt worden. Das berichtet die Zeitung „Helsingin Sanomat“. Pfarrer Ari Norro, Missionar der Evangelisch-Lutherischen Gemeinschaft Finnland, ist ein Gegner der Frauenordination und hatte sich geweigert, zusammen mit einer Pfarrerin das Abendmahl auszuteilen.

Ihr Erscheinen kurz vor dem Gottesdienst in der Sakristei soll für Norro eine Überraschung gewesen sein. Der Pfarrer hatte ihr dann offenbar angeboten, zu weichen und ihr die Abendmahlsfeier zu überlassen. Doch das wollte die Pastorin nicht, sie verließ die Feier aus eigenem Antrieb. Das Gericht legte Norro nun eine Geldstrafe von 320 Euro auf. Der stellvertretende leitende Pastor, Tauno Tuominen, muss 600 Euro bezahlen. Er hätte nach Ansicht des Gerichts das Ausweichen der Pastorin verhindern müssen. Aus demselben Grund soll Pirkko Ojala – Vorsitzende des örtlichen „Finnischen Lutherischen Evangeliumsvereins“ und damit Arbeitgeberin von Pfarrer Norro – eine Strafe von 120 Euro bezahlen. Hinzu kommen für die Beteiligten die Prozesskosten von über 9.000 Euro. Wie die Ehefrau von Pastor Norro gegenüber idea sagte, werde man in Berufung gehen. Christen in Finnland befürchten, dass das Urteil ein Präzedenzfall für eine Einschränkung der Meinungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit werden könnte, wenn es nicht aufgehoben wird.

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