Magazin ersetzt künftig "Evangelische Zeitung" / Weber für gemeinsame Publizistik in Niedersachsen

Nachricht 28. November 2007

Hannover (epd). Die seit mehr als 60 Jahren in Hannover erscheinende "Evangelische Zeitung" wird künftig von dem Magazin "Evangelisch in Niedersachsen" abgelöst. Die hannoversche Landessynode hat sich am Mittwoch mit großer Mehrheit für die neue Zeitschrift ausgesprochen. Sie lag den Synodalen als Nullnummer vor. Damit ist eine jahrelange Debatte über die Zukunft der evangelischen Publizistik in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zu Ende gegangen.

Bereits im Juni hatte das Kirchenparlament ein deutliches Signal gesetzt, dass die "Evangelische Zeitung" bis Ende 2009 durch eine andere Publikation ersetzt werden soll. Geplant sei, dass mit der Einstellung der traditionellen Wochenzeitung ein nahtloser Übergang zu dem neuen Magazin geschaffen werden soll, sagte der Vorsitzende des Öffentlichkeitsausschusses Jörn Surborg vor der Synode. "Evangelisch in Niedersachsen" sei als "Zeitschrift für Religion und Kirche" konzipiert und solle zunächst zweimonatlich erscheinen.

Es handele sich ausdrücklich nicht um ein Nachfolgeprodukt der "Evangelischen Zeitung", sondern es sei etwas ganz Neues, betonte Surborg. Mit dem aufwendig gestalteten Hochglanz-Magazin sollten künftig sowohl Leser angesprochen werden, die der Kirche verbunden seien, als auch eher kirchlich distanzierte Menschen. Die neue Zeitschrift solle vor allem auch Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur erreichen.

Inhaltlich sollten evangelische Positionen zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen deutlich zur Sprache gebracht werden, sagte Surborg. Niedersächsische Themen stünden dabei im Mittelpunkt. Die Mehrheit der Synodalen ließ sich von der Idee überzeugen, dass die Zeitschrift von den fünf Landeskirchen in Niedersachsen gemeinsam getragen werden soll.

"Geben wir heute ein Signal für ein gemeinsames Produkt, dann wird sich das Tor für eine Zusammenarbeit der Kirchen in der Publizistik weit öffnen", appellierte Surborg an die Synode. Es habe bereits positive Signale von den Nachbarkirchen aus Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und von der Evangelisch-reformierten Kirche in Leer für ein gemeinsames Magazin gegeben.

Die "Evangelische Zeitung", die in den Landeskirchen von Braunschweig, Hannover und Oldenburg erscheint, kämpft seit vielen Jahren mit ihrer Auflage. Ende der 50er Jahre betrug sie noch 70.000 Exemplare, zurzeit sind es nach Angaben der Zeitung 24.200.

Die hannoversche Landeskirche als größter Zuschussgeber hat ihren Zuschuss für das Blatt inzwischen um 60 Prozent auf 400.000 Euro im Jahr reduziert. Eine in Auftrag gegeben Akzeptanz-Analyse der neuen Zeitschrift ist Surborg zufolge zu dem Ergebnis gekommen, dass der Finanzrahmen von 400.000 Euro für "Evangelisch in Niedersachsen" ausreichend sei.


(epd Niedersachsen-Bremen/b3586/28.11.07)
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Weber für gemeinsame Publizistik in Niedersachsen

Braunschweig (epd). Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber hofft, dass sich alle fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen an dem neuen Magazin "Evangelisch in Niedersachsen" beteiligen werden.
Es könne der Gemeinschaft der Kirchen im Land neue Impulse geben, sagte Weber einer Pressemitteilung von Freitag zufolge. Weber ist Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Die hannoversche Landessynode hatte am Mittwoch beschlossen, die seit mehr als 60 Jahren wöchentlich in Hannover erscheinende "Evangelische Zeitung" durch eine Zeitschrift zu ersetzen.

Damit entstehe die Chance, dass sich künftig auch die schaumburg-lippische Landeskirche und die Evangelisch-reformierte Kirche in Leer an einem gemeinsamen Magazin beteiligten, sagte Weber. Die "Evangelische Zeitung", die spätestens Ende 2009 eingestellt werden soll, erscheint mit Regionalausgaben nur in den drei Landeskirchen von Hannover, Braunschweig und Oldenburg.

Der hannoverschen Landessynode lag eine "Nullnummer" von "Evangelisch in Niedersachsen" vor. Für Konzept und Redaktion der 68 Seiten war der Pressesprecher der braunschweigischen Landeskirche, Michael Strauß, verantwortlich.

Das Kirchenparlament in Hannover hat für das neue Magazin einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 400.000 Euro bewilligt. Die Synode geht davon aus, dass sich bei Beteiligung der anderen niedersächsischen Kirchen der Gesamtzuschuus auf bis zu 530.000 bis 540.000 Euro erhöhen würde. "Evangelisch in Niedersachsen" soll mindestes alle zwei Monate erscheinen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3615/30.11.07)
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