Kirchen-Mitarbeiter übergeben 11.000 Unterschriften

Nachricht 26. November 2007

Hannover (epd). Im Konflikt um die Tarife für die rund 35.000 Beschäftigten der evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben die Arbeitnehmer dem Landeskirchenamt in Hannover rund 11.000 Unterschriften übergeben. Mit dem Slogan "Mein Gehalt reicht nicht mehr zum Leben"
warben Mitarbeiterverbände und die Gewerkschaft ver.di am Montag für bessere Bezahlung. Durch gestiegene Lebenshaltungskosten und Abstriche beim Gehalt stünden die Beschäftigen enorm unter Druck, hieß es. Die Arbeitgeber mahnten unterdessen einen moderaten Abschluss an.

Die Beschäftigten fordern nach dem Auslaufen des Bundesangestelltentarifes eine volle Übernahme des Tarifvertrags der Länder rückwirkend zum November 2006. Zusätzliche Einmalzahlungen sollen dabei entgangene Tariferhöhungen ausgleichen. Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen in einem offenen Brief zurück. Weil die Einnahmen aus der Kirchensteuer langfristig zurückgingen, sei es nötig, die Personalkosten zu senken. Der Tarifkonflikt schwelt seit einem Jahr.

Ziel der Arbeitgeber bleibe ein kircheneigenes Tarifwerk, sagte Oberkirchenrätin Andrea Radtke bei der Übergabe der Unterschriften. Die Kirche sei jedoch bereit, auf der Grundlage des Tarifvertrages der Länder zu verhandeln, wenn dieser moderat abgesenkt werde. In dem offenen Brief betonten die Arbeitgeber, die Kirche wolle nicht in Besitzstände eingreifen. Abgesenkte Gehälter beträfen nur neu eingestellte Mitarbeiter. Die Mitarbeiter dagegen lehnten eine Abkopplung vom Öffentlichen Dienst ab. Die Kirche müsse ein attraktiver Arbeitgeber bleiben.

Die Tarife werden in der Kirche in einer "Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission" ausgehandelt, in der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleich stark vertreten sind. Sie legt die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den evangelischen Landeskirchen von Braunschweig, Hannover und Oldenburg fest.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3544/26.11.07)
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