Kirchenparlamentarier loben Sparpaket der Synode

Nachricht 26. November 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche hat dem leitenden Theologen Wolf von Nordheim zufolge ihre Finanzprobleme inzwischen weitgehend im Griff. "Wir sind weiter aus der Defizitstruktur herausgekommen als alle anderen gleichermaßen betroffenen Landeskirchen", sagte von Nordheim am Montag im epd-Gespräch als Vorsitzender des Landessynodalausschusses, der die Synode zwischen ihren Sitzungen vertritt. In der Sanierung ihres Haushaltes habe Hannover als größte evangelische Landeskirche mit mehr als drei Millionen Mitgliedern Vorbildliches geleistet.

Auch Synoden-Präsident Jürgen Schneider aus Hermannsburg bei Celle sagte, in den vergangenen sechs Jahren seien entscheidende Weichen für die Zukunft der Landeskirche gestellt worden. Die sechsjährige Amtszeit des Kirchenparlaments, das von diesem Dienstag an in Hannover tagt, endet am Freitagmittag. Vor zwei Jahren hatten die Kirchenvertreter die größten Kürzungen in der Geschichte der Landeskirche beschlossen. Danach wird der Haushalt, der 2004 ein Volumen von 520 Millionen Euro hatte, bis 2010 um insgesamt 81,5 Millionen Euro heruntergefahren.

Schneider betonte, dass es in vielen Debatten um das Profil der Landeskirche gegangen sei: "Nicht das, was früher gut war, besteht automatisch auf Dauer. Es wurde gefragt, was wir brauchen, um evangelisches Profil in die Zukunft zu tragen."

Das Sparpaket war innerhalb eines Jahres von einem Perspektivausschuss erarbeitet worden, dem Mitglieder aller kirchenleitenden Gremien angehörten. "Die Einschnitte waren für viele äußerst schmerzhaft", sagte von Nordheim, der Propst in Uelzen ist. Die Ausgaben seien durchschnittlich um 15 Prozent gekürzt, einzelne Einrichtungen geschlossen worden.

Dennoch läuft der Prozess der Umstrukturierung von Nordheim zufolge relativ konfliktfrei: "Es hat bei uns nirgends eine Crash-Anpassung geben müssen, auch keine Haushaltsstopps, übereilte Schließungen oder gar Personalentlassungen. Wir haben es richtig gut schafft, unsere Bewegungsfähigkeit sicher zu stellen." Diese Erkenntnis habe auch neue Energien freigesetzt.

"Vielleicht ist der Heilige Geist dieses Mal nicht als Taube, sondern als Pleitegeier über uns gekommen", sagte von Nordheim augenzwinkernd. Denn in den 30 Jahren seines kirchlichen Dienstes habe er noch nie eine solch intensive Phase des gemeinsamen Denkens und Schwerpunkte-Setzens erlebt: "Wir sind in einem heilsamen Zwang zur Kooperation."

Die Neigung vieler kirchlicher Mitarbeiter, jeweils alles selbst machen zu wollen, sei ans Ende gekommen: "Irgendwann musste die Kirche als Leib Christi ja entdecken, dass es nicht reicht, immer nur alle vorhandenen Glieder zu zählen, sondern dass es Nervenbahnen geben muss, damit diese Glieder auch zusammenarbeiten." Gute Arbeitsmodelle seien bisher von anderen nur unzureichend genutzt worden.

Die Landeskirche zwischen Cuxhaven und Hann. Münden hat mehr als 30.000 hauptamtliche und rund 105.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die neue Synode, die sich aufgrund der Sparmaßnahmen von 98 auf 75 Parlamentarier verkleinert hat, wird sich vom 21. bis 23. Februar in Hannover konstituieren.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3535/26.11.07)
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