Landesbischöfin ruft zur Unterstützung aidskranker Menschen auf

Nachricht 25. November 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat dazu aufgerufen, Vorurteile gegen aidskranke Menschen abzubauen. "Aids geht uns alle an", sagte die Bischöfin am Sonntagabend in der hannoverschen Marktkirche bei einem Gottesdienst anlässlich des Welt-Aidstages am 1. Dezember. Die Immunschwäche-Krankheit habe im Jahr 2006 mit 39,5 Millionen infizierten Menschen weltweit einen neuen Höchststand erreicht. In Afrika gebe es inzwischen Regionen, in denen eine ganze Generation sterbe und Aids-Waisen mit ihren Großeltern zurück blieben.

Seitdem das Virus 1981 entdeckt worden sei, hätten sich etwa 65 Millionen Frauen, Männer und Kinder infiziert. Rund 25 Millionen Menschen seien an den Folgen der Krankheit gestorben. Auch in Deutschland sei die Infektionsrate im vergangenen Jahr wieder gestiegen: "Auch bei uns ist es schwer, mit HIV zu leben", betonte Käßmann.

Die Botschaft müsse lauten: "Schützt Euch". In der Kirche sei Sexualität noch immer ein Tabuthema, so Käßmann: "Wenn wir das beibehalten, können wir auch nicht über Infektionsgefahren reden und über Vorsorge", sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Es gehe heute nicht mehr nur darum, der Toten zu gedenken, sondern die Menschen zu begleiten, die mit dem Virus leben müssten.

Für die Aids-Seelsorger bedeute dies, dass sich ihr ursprünglicher Sterbebeistand zu einer Lebensbegleitung entwickelt habe, sagte Käßmann und fügte hinzu: "Wir alle sind gefragt in unseren Gemeinden und Gruppen, Menschen nicht auszugrenzen, sondern einzubeziehen, die
HIV-infiziert sind oder deren Angehörige mit dem Virus leben müssen."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3526/25.11.07)
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