Tarifstreit: Kirchen-Mitarbeiter sammeln Unterschriften

Nachricht 22. November 2007

Hannover (epd). Die Beschäftigten der evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben im Streit um ihr Weihnachtsgeld rund 10.000 Unterschriften gesammelt. Sie sollen am Montag dem Landeskirchenamt in Hannover übergeben werden, teilte die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag in Hannover mit. Der Tarifkonflikt für die rund 35.000 Beschäftigten schwelt seit einem Jahr. Die Arbeitgeber hatten für das laufende Jahr ein Weihnachtsgeld von 30 Prozent eines Monatsgehaltes angeboten. Die Arbeitnehmer lehnten dies ab.

Die Mitarbeiterverbände forderten eine volle Übernahme des Tarifvertrags der Länder rückwirkend zum November 2006 einschließlich der Sonderzahlungen für 2006 und 2007. Zusätzliche Einmalzahlungen sollen dabei entgangene Tariferhöhungen ausgleichen. Mit einer Postkartenaktion unter dem Titel "Mein Gehalt reicht nicht mehr zum Leben!" macht der Verband der Mitarbeitervertretungen derzeit auf die Situation aufmerksam. Durch gestiegene Lebenshaltungskosten und Abstriche beim Gehalt stünden die Beschäftigen enorm unter Druck, hieß es.

Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen in einem offenen Brief zurück. Mit ihrer Ablehnung hätten die Mitarbeiterverbände verhindert, dass die Arbeitnehmer schon in der bevorstehenden Adventszeit über Weihnachtsgeld hätten verfügen können, erklärte das Landeskirchenamt in Hannover. Die Arbeitgeber betonten, die Kirche wolle nicht in Besitzstände eingreifen. Abgesenkte Gehälter beträfen nur neu eingestellte Mitarbeiter. Weil die Einnahmen aus der Kirchensteuer langfristig zurückgingen, sei es nötig, die Personalkosten zu senken.

Die Tarife werden in der Kirche in einer "Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission" ausgehandelt, in der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleich stark vertreten sind. Sie legt die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den evangelischen Landeskirchen von Braunschweig, Hannover und Oldenburg fest. Die Arbeitgeber streben dabei ein kircheneigenes Tarifwerk unterhalb des Niveaus im Öffentlichen Dienst an.

Für 2007 war ursprünglich vorgesehen, das Weihnachtsgeld ganz entfallen zu lassen. Lediglich die niedrigen Vergütungsgruppen sollen eine Sonderzahlung von 120 Euro erhalten. 2008 soll dann wieder ein volles Weihnachtsgeld von rund 82 Prozent eines Monatsgehaltes gezahlt werden.
Die Arbeitgeber hatten vorgeschlagen, 30 Prozent davon schon jetzt zu zahlen, die verbleibenden 52 Prozent im kommenden Jahr.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3493/22.11.07)
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