Buß- und Bettagsgottesdienst mit FDP-Fraktionschef Rösler

Nachricht 21. November 2007

Hannover (epd). Der FDP-Fraktionsvorsitzende im niedersächsischen Landtag, Philipp Rösler, hat am Mittwoch zum ersten Mal in einem Gottesdienst gepredigt. Im Dialog mit der evangelischen Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann sprach Rösler anlässlich des Buß- und Bettages über die Angst unter Politikern. "Politiker, die besonders im Fokus der Öffentlichkeit stehen, haben häufig große Angst, Fehler zu machen", sagte er in der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover.

Sie fürchteten etwa, bei Wahlen zu versagen oder sich bei Reden zu blamieren. Aus der Angst heraus, etwas falsch zu machen, wirkten sie oft wenig authentisch. Kraft und Mut könne der Glaube geben, sagte Rösler. Er erinnerte an die buddhistischen Mönche in Birma, die friedlich für ihre Rechte demonstriert hätten. "Mut heißt nicht, keine Angst zu haben, sondern bestehende Ängste zu überwinden", betonte der praktizierende Katholik.

Laut Rösler erliegen Politiker oft der Versuchung, viele Versprechungen zu machen, um die Ängste der Wähler zu besänftigen. Das Versprochene werde dann etwa durch Schulden finanziert. Spieckermann antwortete darauf in der Dialogpredigt, die Kirche habe nicht die Möglichkeit, sich zu verschulden: "Wir müssen die Probleme anpacken." Die Kirche befinde sich jedoch in der Gefahr, sich dabei zu sehr mit Finanzen und Strukturen zu beschäftigen und sich nur noch um sich selbst zu drehen. Sie müsse sich stets fragen, ob sie noch nah genug bei den Menschen sei.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3487/21.11.07)
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