Bischöfin und Intendant für Dialog von Kunst und Kirche

Nachricht 20. November 2007

Hannover (epd). Der Intendant des Hamburger Thalia-Theaters, Ulrich Khuon, hat am Dienstag in Hannover für einen Dialog zwischen Kunst und Kirchen geworben. Strikte Abgrenzung führe zu einem eingeschränkten Blickwinkel auf beiden Seiten, sagte Khuon bei einem Forum der hannoverschen Landeskirche vor Journalisten. Zu dem Forum "Kunst meets Religion" waren auf Einladung der evangelischen Kirche mehr als 800 Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler der Oberstufe gekommen.

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann sagte, Künstler seien früher oft von den Kirchen beauftragt worden. Später habe sich die Kunst von der Kirche befreit. "Heute sind wir an einem Punkt, wo es einen spannenden Dialog zwischen Kunst und Kirche gibt." Käßmann erinnerte an die Auseinandersetzungen um ein Christus-Bild des Malers Georg Baselitz: "Da hat die Kunst theologische Gespräche in Gang gebracht, die sonst nicht stattgefunden hätten."

Zugleich gäben die Religion und die Bibel, in der "die großen Dramen des Menschen" geschildert würden, der Kunst viele Anregungen. Laut Khuon können Tabu-Verletzungen durch die Kunst ein Gewinn sein, wenn diese damit "in das Elementarste des Menschen hineinschaut." Jedoch dürfe ein Skandal nicht allein um seiner selbst willen inszeniert werden, nur um Aufmerksamkeit zu erzielen. Statt zu vereinfachen müsse gezeigt werden, wie komplex das Leben sei: "Wir werben dafür, dass man das aushält."

Das Forum bot Workshops zur bildenden Kunst, Film, Karikatur und Musik. Es wurde mit Szenen des Theaterstückes "Der Bus. Das Zeug einer Heiligen" eröffnet, das im Januar 2005 im Thalia Theaters uraufgeführt wurde. Das Forum könne Jugendliche anregen, über ihre Identität und ihre Lebenspläne nachzudenken, sagte die Schuldezernentin der Landeskirche, Kerstin Gäfgen-Track. Sich mit religiösen Fragen auseinanderzusetzen, könne auch dabei helfen, Kunst zu verstehen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3459/20.11.07)
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