Sieben Schüler des Hildesheimer Andreanum besuchen Schule in Südindien

Nachricht 12. November 2007

Von der Börde in die Berge

Hildesheim / Kodaikanal. Morgens um halb sieben Uhr Aufstehen, um halb acht in der Mensa Frühstücken, dann, nur vom Mittagessen und individuellen Studienzeiten unterbrochen, zehn Stunden Schulunterricht bis nachmittags um halb fünf und zwischen sieben und neun Uhr Abends Hausaufgaben machen: So sieht der Stundenplan von sieben Austauschschülern des Gymnasium Andreanum aus, die sich zur Zeit in Südindien aufhalten.

Für fünf Monate sind Tilman Blanke, Anne-Sophie Eberstein, Frank Ellenberger, Jana Hundertmark, Luise Jonas, Johannes Reinsberg und Marieke Schwartz an der Kodaikanal International School (KIS) eingeschrieben und absolvieren dort ihr erstes Halbjahr der elften Gymnasialklasse.

Bereits zum sechsten Mal sind Hildesheimer Schüler in Kodaikanal. 2002 hatte Studiendirektor Jens Kotlenga vom Andreanum den Austausch in die Wege geleitet. Sein Gegenüber in Indien ist Pastor Lars Dedekind, der dort als Religionslehrer arbeitet. Dedekind ist ein wichtiger Mann für die deutschen Schüler. In Indien ist alles erst einmal vollkommen anders
-- da ist es gut, mit jemandem vor Ort Deutsch reden zu können oder bei einem gemeinsamen Abend Pellkartoffeln und Quark zu genießen.
Gewöhnungsbedürftig sind natürlich das Essen, der Straßenlärm, die Kühe, Hunde und Elefanten inmitten der Passanten, die hinduistische Religion und das Feilschen um die Preise.

Seit Mitte Juli sind die Elftklässler im südlichen Indien. Kurz vor Weihnachten werden sie, mit unendlich vielen Erlebnissen, zurückkehren.
Die Unterbringung auf dem Schul-Campus macht die sozialen Kontakte leicht. In den "dormitories" leben die Schüler in Zweibettzimmern mit einem indischen oder internationalen Mitbewohner zusammen. Mittlerweile ist ihr Englisch so gut, dass sie es kaum mehr vom Deutschen unterscheiden können.

Die Bedingungen an der KIS sind auch deshalb optimal, weil Kodaikanal knapp 2000 Meter über dem Meeresspiegel in den Palani-Bergen liegt. Hitzewellen und Malaria sind fern im Tal. Die grandiose Bergwelt lockt zu abenteuerlichen Wanderungen. Die 80-Meilen-Wanderung mit zwei Übernachtungen wird den Gastschülern nicht so schnell aus dem Sinn gehen.

Die KIS ist eine sogenannte "boarding-school", eine Internatsschule mit Campus und Mensa. Die Eltern zahlen rund 10.000 Euro pro Schuljahr. Im Falle der deutschen Austauschschüler tragen die Eltern der Gastschüler von der KIS, die derzeit am Andreanum zur Schule gehen, die Kosten. Das Zahlenverhältnis von Lehrern zu Schüler (insgesamt rund 550) ist eins zu sieben. Die Schule hat allen pädagogischen Komfort, der für eine international gültige Ausbildung notwendig ist: Computerräume, Chemielabore, Sportplätze und --hallen, Auditorium und Bibliothek. Die schuleigene Mensa bietet dreimal täglich warmes Essen: Eine Krankenstation, ein Kaufladen, ein Schnellimbiss und eine Kirche komplettieren die Campus-Einrichtungen.

Der Glanzpunkt des Austauschprogramms folgt vor der Rückreise nach Deutschland. Für drei Wochen bereisen die deutschen sowie amerikanische und australische Gastschüler touristische Regionen in ganz Indien. Ein berechtigter Ausgleich dafür, dass die Sommerferien aufgrund der versetzten Schuljahreszeiten ausgefallen waren.

Die Kodaikanal International School unterhält Kontakte nicht nur zum Andreanum in Hildesheim. Weitere Partnerschaften bestehen mit dem Evangelischen Schulzentrum in Leipzig und einer International School in den Niederlanden. Die Bewerbungsphase für die nächste Austauschrunde hat gerade begonnen.

Im Internet: www.andreanum.de
und www.kis.in.