Landesbischöfin: Evangelische Schulen geben neue Impulse

Nachricht 08. November 2007

Wolfsburg (epd). Evangelische Schulen sollen nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann neue Impulse für die niedersächsische Schullandschaft geben. Sie seien ein Modell dafür, wie Schulen aus christlicher Sicht gestaltet werden können, sagte Käßmann am Donnerstag bei einem Gottesdienst in Wolfsburg. Dort hat die hannoversche Landeskirche in einem Festakt mit dem Grundschulzweig der Waldschule Eichelkamp erstmals eine Grundschule in ihre Trägerschaft übernommen. Der Schulzweig besteht aus 141 Schülern in acht Klassen.

Die Bischöfin sagte, dass eine evangelische Schule nicht automatisch besser sei als andere Schulen, in denen Lehrkräfte mit Kompetenz und Einsatz arbeiteten. Allerdings sei die religiöse Bildung ein wesentlicher Bestandteil aller Bildung. Eine evangelische Schule lege Wert darauf, dass Kinder sich als Teil ihrer Persönlichkeitsbildung mit religiösen Fragen auseinandersetzten. Die Kinder würden als von Gott geliebte Menschen gesehen, die mit allen Mitteln und Möglichkeiten gefördert werden sollen.

Seit Schuljahresbeginn am 1. August arbeitet das zehnköpfige Lehrerkollegium nach Angaben von Schulleiter Wolfgang Hoyer an dem neuen Konzept. Es handele sich um eine besondere Situation, da es keine Neugründung sei. Die Lehrkräfte hätten dem Trägerwechsel zugestimmt und seien vom Land Niedersachsen für die Tätigkeit bei der evangelischen Kirche beurlaubt worden. Unter ihnen seien auch konfessionslose Pädagogen. Neueinstellungen erfolgten bei der Landeskirche. Dafür sei die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche Voraussetzung.

Hoyer sagte, dass die Grundschüle Eichelkamp für alle Schüler offen sei. Erwartet werde jedoch die Teilnahme am evangelischen Religionsunterricht. Dieser sei zu Beginn des Schuljahres auf die vorgeschriebenen zwei Wochenstunden aufgestockt worden. Die Schule betreut jetzt die Kinder von 8 Uhr bis 13.15 Uhr. Neben den Unterrichtsstunden stehen Bastel-, Sport- und Musikangebote, aber auch religiöse Erziehung auf dem Stundenplan. Die Schule strebt ab 2010 den Ganztagsbetrieb an. Schulgeld soll vom Schuljahr 2008/2009 an erhoben werden. Gedacht ist an monatlich 30 Euro und an eine "soziale Komponente".

Der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann (CDU) und Landesbischöfin Margot Käßmann hatten im Frühjahr eine Vereinbarung über die Übernahme von vier Schulen in eine evangelische Trägerschaft unterzeichnet. Als erste nahm die zweisprachige Grundschule in Wolfsburg ihre Arbeit auf. Am 1. August 2008 startet in Nordhorn bei Bad Bentheim ein neues evangelisches Gymnasium.

Außerdem plant die Landeskirche, in Osnabrück ein Schulzentrum mit Gymnasium, Haupt- und Realschule zu übernehmen und in Gifhorn ein weiteres Gymnasium zu gründen. Für die neuen Schulen hat die Landeskirche 600.000 Euro in ihren Jahreshaushalt eingestellt. Die Kirche betreibt bereits zwei allgemeinbildende Schulen in Dassel bei Northeim und in Hildesheim. In beiden Schulen erhebt sie ein Schulgeld von 35 Euro im Monat. Zudem unterhält sie mehr als 100 berufsbildende Schulen, Förderschulen und Schulen für Erziehungshilfe.

Internet: www.kirche-schule.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b3292/08.11.07)
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