Bischöfe: Ressentiments zwischen Kirchen sind abgebaut

Nachricht 06. November 2007

Ein Gespräch zum Stand der Ökumene

Braunschweig (epd). Das Zusammengehörigkeitsgefühl von Katholiken und Protestanten ist nach Einschätzung des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller inzwischen so groß wie nie zuvor seit der Reformation vor fast 500 Jahren. Ressentiments seien abgebaut. Dennoch bleibe eine lange Strecke bis zur Einheit, sagte Müller am Montagabend in Braunschweig. Der Bischof der Diözese Regensburg ist Vorsitzender der Ökumene-Kommission der deutschen katholischen Bischofskonferenz.

Müller diskutierte auf Einladung des Braunschweiger-Rotary-Clubs mit dem Catholica-Beauftragten der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), dem braunschweigischen Landesbischof Friedrich Weber. Der evangelische Bischof hob hervor, dass die regelmäßigen Gespräche unter den Bischöfen in einem verständnisvollen, "wenn nicht gar freundschaftlichen Klima" stattfänden.

Davon merke allerdings die Basis sehr wenig. Große Probleme hätten Ehepartner, von denen einer evangelisch und der andere katholisch ist. Sie dürften nicht gemeinsam an der katholischen Eucharistie-Feier teilnehmen. Weber sprach von einem seelsorgerlichen Problem und wies darauf hin, dass die katholische Kirche in Notlagen offiziell Ausnahmen zulasse. Müller entgegnete, dass mit Ausnahmen schwere Gefahren und Lebensgefahr gemeint seien.

In der Diskusion sagte ein Zuhörer, die Kirchen hätten versagt. Konfessionsverschiedene Eheleute erhielten keine Hilfe: "Warum findet man für die Menschen keine Lösung?" Müller sagte, die konfessionsverschiedenen Ehen sollten sich als Teil des ökumenischen Prozesses sehen. Weber vertrat die Auffassung, die Abendmahlsgemeinschaft scheitere an dem unterschiedlichen Kirchen- und Amtsverständnis. Der braunschweigische Bischof unterstrich, dass die Kirchen den Auftrag hätten, gemeinsam Gott zu bezeugen. Ökumene sei kein Luxus.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3255/06.11.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen