"Zug der Erinnerung" rollt auch durch Niedersachsen

Nachricht 05. November 2007

Göttingen/Frankfurt a.M. (epd). Mit einem "Zug der Erinnerung" wollen Bürgerinitiativen in den kommenden Wochen in ganz Deutschland an die Deportation von Kindern und Jugendlichen durch die Nationalsozialisten erinnern. Der aus einer Dampflokomotive und alten Reichsbahn-Waggons bestehende Zug mache im Dezember auch in mehreren niedersächsischen Bahnhöfen Station, teilte der Verein "Zug der Erinnerung" mit. Start ist am 9. November, dem Jahrestag der Judenpogrome, in Frankfurt.

In mehreren Waggons informiert eine Ausstellung über die von den Nazis in Konzentrationslager verschleppten Mädchen und Jungen. Die Ausstellung solle Initiativen vor Ort anregen, nach Lebensspuren der Kinder zu suchen, heißt es. Während des Aufenthaltes des Zuges soll es dort jeweils weitere Veranstaltungen geben. Dabei werde auch die Rolle der Reichsbahn bei den Deportationen thematisiert.

In Niedersachsen ist nach den bisherigen Planungen am 16. Dezember Göttingen die erste Station. Danach folgen Northeim, Braunschweig und Hannover. Wenn sich in weiteren Städten Organisatoren fänden, könnte der Zug auch dort halten, hieß es. Die letzte Etappe führt vom deutsch-polnischen Grenzbahnhof Görlitz nach Oswiecim (Auschwitz). Dort soll der Zug am 27. Januar eintreffen. Dieses Datum markiert den Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Die deportierten Kinder und Jugendlichen stammten nach Angaben des Vereins mehrheitlich aus jüdischen Elternhäusern. Zwischen 1940 und 1944 seien sie meist mit ihren Familien auf den Bahnhöfen zusammengetrieben und mit Zügen der Reichsbahn in die Vernichtungslager geschleust worden. Der Verein hat bislang mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche identifiziert, die bei Deportationen Opfer der NS-Rassenpolitik wurden.

Internet: www.zug-der-erinnerung.eu

(epd Niedersachsen-Bremen/b3243/05.11.07)
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