Landesbischöfin schaltet Friedenskarte im Internet frei

Nachricht 02. November 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat am Freitag eine Friedenskarte im Internet freigeschaltet. Unter www.friedenskarte.de stellen sich auf der virtuellen Landkarte bisher 324 Friedensprojekte aus Niedersachsen vor. Die Internetseite solle auf das vielfältige Engagement für den Frieden aufmerksam machen, sagte Käßmann vor Journalisten in Hannover. Dieses werde öffentlich zu wenig wahrgenommen, "dabei ist die Friedensfrage hochaktuell".

Die evangelische Bischöfin erinnerte an steigende Rüstungsexporte, den Irakkrieg und die Lage in Afghanistan. "Mich beunruhigt, wie viele Milliarden Dollar für den Krieg ausgegeben werden und wie wenig in den Frieden investiert wird", sagte sie. Die Friedenskarte gebe mutmachende Beispiele von Initiativen und rege zur Nachahmung an: "Ich wünsche mir sehr, dass neue und kreative Friedensprojekte dazu kommen."

Die Karte wurde von der Arbeitsstelle "Friedensarbeit" der Landeskirche entwickelt. Friedenstauben markieren auf der Startseite die Orte, an denen es Initiativen gibt. Das Spektrum reiche dabei von regelmäßigen Friedensgebeten, über "Schulen ohne Rassismus" bis hin zu Umweltprojekten, die sich für die Bewahrung der Schöpfung und damit auch für den Frieden einsetzten, erläuterte der Leiter der Arbeitsstelle, Pastor Klaus Burckhardt.

Über Ortsnamen und Stichworte wie "Gewaltprävention" ließen sich gezielt Informationen suchen, sagte Burckhardt weiter. Jeweils wechselnde Projekte würden als beispielhaft näher vorgestellt. Zudem könnten Materialien für Schule und Konfirmandengruppen abgerufen werden. Initiativen, die neu in die Karte aufgenommen werden möchten, könnten direkt über den Internetauftritt ihre Angaben eintragen. Eine Redaktion betreue die Seite.

Zu den vorgestellten Projekten gehört zum Beispiel ein Tag, an dem sich 500 Konfirmanden in Sievershausen bei Hannover mit dem Thema "Respekt" auseinandergesetzt haben. Sie hätten dabei unter anderem gemeinsam mit einem Hip-Hop-Musiker eigene Texte verfasst, sagte Melanie Hoenke von den Organisatoren. Respekt sei für viele Jugendliche im Alltag ein wichtiges Thema, sagte die 18-Jährige: "Was sie dazu geschrieben haben, hat mich tief berührt."

Internet: www.friedenskarte.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b3240/02.11.07)
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