Behinderte entwickeln in Niedersachsen "Wahlprüfsteine"

Nachricht 01. November 2007

Osterode (epd). Menschen mit Handicaps und die Diakonie in Niedersachsen wollen bis zur Landtagswahl am 27. Januar gemeinsam "Wahlprüfsteine" für Behinderte entwickeln. Bei öffentlichen Veranstaltungen im ganzen Bundesland sollten Politiker in den kommenden Wochen mit Wünschen und Forderungen von Behinderten konfrontiert werden und dazu Stellung nehmen, sagte die Vorsitzende des Werkstattrates Osterode, Inge Kruppa, am Donnerstag dem epd.

"Wichtig ist für uns, dass am Ende der Veranstaltungsreihe klar ist, welche Parteien sich für Behinderte einsetzen und wen wir wählen können", sagte Kruppa. Themen, die behinderte Menschen ganz besonders beträfen, seien unter anderem Wohn- und Versorgungsformen, Beschäftigung, Fragen des persönlichen Budgets sowie der Bildung. Dazu gehe es um besondere Anforderungen für Behinderte im öffentlichen Leben wie Verkehrsmittel, Gaststätten und Toiletten.

Nach Angaben des Sprechers des Diakonischen Werks der hannoverschen Landeskirche, Bernd Prigge, leben in Niedersachsen rund 650.000 Menschen mit Behinderungen. Das entspricht etwa acht Prozent der Bevölkerung. Insgesamt seien bis Mitte Januar neun Veranstaltungen geplant, sagte Prigge. Die Reihe beginnt am 12. November in Northeim. Zum Abschluss gebe es am 14. Januar eine zentrale Veranstaltung in Hannover, zu der auch Vertreter der Landesregierung eingeladen werden sollen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3226/01.11.07)
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