Kirche veröffentlicht Thesen gegen Rechtsextremismus

Nachricht 29. Oktober 2007

Lüneburg (epd). Der evangelische Kirchenkreis Lüneburg veröffentlicht zum Reformationstag an diesem Mittwoch auf Plakaten und 10.000 Postkarten zehn Thesen gegen den Rechtsextremismus. Der Reformationstag erinnert an den Beginn der Reformation durch Martin Luther (1483-1546), der sich in 95 Thesen gegen Missstände wie den Ablasshandel wandte. "Es ist der Tag, an dem auf das geschaut wird, was in der Kirche und der Gesellschaft nicht gut läuft", sagte Superintendentin Christine Schmid am Montag.

"Mit den Thesen wollen wir nicht nur sagen, dass wir gegen Rechtsextremismus sind, sondern auch warum", erläuterte die Superintendentin. So ist zum Beispiel der Aussage "Jesus Christus sendet seine Anhänger in die ganze Welt. Als Christen laden wir alle Menschen zur Gemeinschaft ein" der Satz "Rechtsextremismus grenzt Fremde aus" gegenübergestellt. Vor allem Jugendliche sollten damit Argumente an die Hand bekommen, sagte Schmid.

"Viele sind diffus gegen Rechtsextremismus. Wir wollen sprachfähig machen und zu Diskussionen anregen", erläuterte der Lüneburger Diakon Henry Schwier. Er hatte dazu aufgerufen, Argumente einzusenden. Ein Pastoren-Ehepaar formulierte die Thesen aus Vorschlägen von Jugendlichen und Erwachsenen. Die Plakate sollen in Kirchengemeinden aufgehängt werden. Postkarten können bestellt werden.

Die Kirche engagiere sich in Lüneburg gemeinsam mit gesellschaftlichen Gruppen und Parteien in einem "Netzwerk für Demokratie/gegen Rechtsextremismus", sagte Schmid. Das Netzwerk hatte unter anderem bei einem Neonazi-Aufmarsch zur Gegenkundgebung aufgerufen. Niedersachsen sei auch wegen der Landtagswahl im Februar Schwerpunktland der Rechtsextremisten, sagte Schmid: "Dem wollen wir inhaltlich begegnen."

Internet: www.viaduk.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b3182/29.10.07)
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