KZ-Gedenkstätte weiht Dokumentationszentrum ein

Nachricht 28. Oktober 2007

Bergen-Belsen/Kr. Celle (epd). Die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen bei Celle weiht an diesem Sonntag ihr neues Dokumentationszentrum ein. Eine Ausstellung dokumentiert künftig alle Aspekte der Lagergeschichte. Bei der Eröffnungsfeier sprechen unter anderen Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und ein Vertreter des Zentralrates der Juden in Deutschland. Erwartet werden auch mehr als 100 Überlebende des Lagers und deren Angehörige.

Das Land Niedersachsen und der Bund investieren rund 13 Millionen Euro in die Neugestaltung, mit der Bergen-Belsen zu einer Gedenkstätte auf internationalem Niveau werden soll. Der Grundstein des Hauses mit 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche wurde 2005 zum 60. Jahrestag der Befreiung des Lagers gelegt. Der 195 Meter lange Betonbau nach Entwürfen des Braunschweiger Architekturbüros "KSP Engel und Zimmermann" streckt sich durch einen Wald bis zum Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Von Montag an ist das Ausstellungshaus öffentlich zugänglich.

In der Ausstellung werden über Medienstationen Interviews mit Zeitzeugen gezeigt. Ihre Erinnerungen sowie Tagebücher und Originalzeichnungen werden ergänzt durch historische Bilder und Filmaufnahmen vom befreiten Lager. In Bergen-Belsen wurden rund 20.000 Kriegsgefangene und mehr als 50.000 Häftlinge ermordet oder starben an Seuchen, Durst und Hunger. Britische Truppen befreiten das Lager am 15. April 1945. Noch bis 1950 warteten heimatlose Überlebende ganz in der Nähe in einem Lager für "Displaced Persons" auf die Ausreise.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3157/27.10.07)
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Dokumentationshaus in Bergen-Belsen eingeweiht

Bergen-Belsen/Kr. Celle (epd). An der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen ist am Sonntag ein neues Dokumentationshaus eingeweiht worden. Damit sei die Gedenkstätte zu einer international bedeutsamen Einrichtung geworden, die weiter ausgebaut werden müsse, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in einer Feierstunde. Die Erinnerung an den ungeheuerlichen Zivilisationsbruch, der in Bergen-Belsen geschehen sei, dürfe nicht abreißen.

"Die immer noch offenen Fragen nach dem Schicksal von zehntausenden von Toten in Bergen-Belsen werden uns weiter beschäftigen", sagte Wulff. Zugleich solle Bergen-Belsen sich zu einem Zentrum der Menschenrechtserziehung und Völkerverständigung entwickeln. Zur Einweihung des 13 Millionen Euro teuren Ausstellungshauses waren mehr als 1.000 Gäste gekommen. Unter ihnen waren rund 100 Überlebende des Konzentrations- und des Kriegsgefangenenlagers sowie ehemalige Bewohner eines Displaced-Persons-Camp für die Befreiten.

Der Staatsminister für Kultur, Bernd Neumann (CDU), sagte, die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit müsse für alle Zeiten eine unvergleichlich hohe Bedeutung bekommen. Immer wieder müsse nach neuen Formen angemessenen Gedenkens und Wegen der Vermittlung an kommende Generationen gesucht werden.

Der Vorsitzende der internationalen Expertenkommission zur Neugestaltung der Gedenkstätte, Henry Friedlander, sagte, Niedersachsen sei noch lange nach dem Krieg als braune Region bekannt gewesen, die sich nicht von der Nazi-Vergangenheit befreit habe. Das Dokumentationshaus sei ein Zeichen dafür, dass sich dies geändert habe.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3163/28.10.07)
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