Bischof Huber würdigt Partnerhilfe für Osteuropa

Nachricht 27. Oktober 2007

Hannover (epd). Evangelische Pfarrer und andere Kirchen-Mitarbeiter haben in den vergangenen 15 Jahren mehr als 50 Millionen Euro für ihre Kollegen in Osteuropa gespendet. "Sie haben den Pfarr- und Mitarbeiterfamilien in den evangelischen Minderheitskirchen geholfen, schwierige Jahre des kirchlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Umbruchs zu erleichtern und zu überstehen", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, am Freitag in Hannover anlässlich des 15-jährigen Bestehens der "Evangelischen Partnerhilfe".

Der gemeinnützige Verein unterstützt seit 1992 Mitarbeiter in 32 Kirchen in Mittel- und Osteuropa. Er ging aus dem 1957 gegründeten "Kirchlichen Bruderdienst" hervor, der während der deutschen Teilung 35 Jahre lang Pfarrern und kirchlichen Mitarbeitern in der damaligen DDR durch Spenden von westdeutschen Amtskollegen half. Insgesamt flossen so umgerechnet rund 119 Millionen Euro über die innerdeutsche Grenze. Nach der Wende äußerten vor allem Pfarrer aus den neuen Bundesländern den Wunsch, die Hilfe an Kollegen in Osteuropa weiterzugeben.

Für einen evangelischen Pfarrer in Rumänien etwa bedeute die Unterstützung durch die Partnerhilfe rund ein Drittel seines Gehaltes, sagte der Vorsitzende des Vereins, Hermann Schaefer aus Osnabrück. Für einen Kollegen aus den kleinen und armen Kirchen in Karpatien und der Ukraine mache sie sogar mehr als die Hälfte aus. Dort würden die Amtsträger zum Teil in Form von Kartoffeln und mietfreien Räumen entlohnt. Bisher mussten sie Schaefer zufolge bis an ihr Lebensende arbeiten, weil sie nur im Dienst ein geringes Gehalt bekamen und im Pfarrhaus wohnen konnten.

"Von der staatlichen Mini-Rente kann dort keiner eine Wohnung mieten", sagte der Vorsitzende. Die Arbeit der Partnerhilfe kommt den Angaben zufolge hauptsächlich den protestantischen Kirchen in der ehemaligen Sowjetunion und auf dem kriegsgeschüttelten Balkan zugute. Bischof Huber rief dazu auf, in der Spendenbereitschaft nicht nachzulassen. Die Partnerhilfe spiele über den Einzelfall hinaus eine wichtige Rolle beim Zusammenwachsen der Kirchen in Europa: "Darin steckt Zukunftspotenzial."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3159/26.10.07)
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