Luther-Brot und Tetzel-Taler werben für Reformationsfest

Nachricht 23. Oktober 2007

Müden/Kr. Celle (epd). Mit "Luther-Brot", "Tetzel-Talern" und "herzhaften Käsefüßen" wirbt der Bäckermeister Michael Hoffmann aus Müden an der Örtze für den kirchlichen Reformationstag am 31. Oktober. Hoffmann biete bereits im zweiten Jahr Gebäck-Kreationen an, die von Ereignissen im Leben des Reformators Martin Luther (1483-1546) inspiriert seien, sagte der Müdener evangelische Pastor Christian Berndt am Dienstag: "Das ist süße und herzhafte Erwachsenenbildung." Noch bis Mitte November seien die Spezialitäten erhältlich.

Mit dem Reformationstag erinnern Protestanten an den Ursprung der evangelischen Kirche. Am 31. Oktober 1517 soll Doktor Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen gegen das Ablasswesen an die Tür der Schlosskirche genagelt haben. Im Heideort Müden haben Kirche und Bäcker nach Angaben Berndts rund 20.000 Brottüten mit Erläuterungen zu den Backwerken und den entsprechenden Geschichten über Luther bedrucken lassen.

Der "Tetzel-Taler", ein glasiertes Feingebäck, erinnert an den Ablassprediger Johann Tetzel (1465-1519). Er steht für das Geld, das damals für den vermeintlichen Erlass der Sünden an die Kirche gezahlt wurde. Luther wandte sich gegen diesen Handel. Die "herzhaften Käsefüße Hallo Karl" aus Quarkbutterteig nehmen Bezug auf einen Ausspruch Luthers. Mit den Worten "Hier stehe ich und kann nicht anders" weigerte er sich, vor Kaiser Karl V. seine Schriften zu widerrufen.

Die Aktion in Müden gehört zu den Projekten, mit denen die evangelische Kirche den Reformationstag verstärkt in den Blick rücken will. Damit reagiert sie auf das aus den USA übernommene Gruselfest "Halloween", das inzwischen auch in Deutschland am 31. Oktober begangen wird. Anders als Luther inspiriere ihn Halloween nicht zu Rezepten, sagte Bäckermeister Hoffmann: "Gruselig und ekelig sollen Backwaren ja gerade nicht sein."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3103/23.10.07)
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