Fernseh-Talkshow "Tacheles" startet neu / Kein Gottesdienst aus dem neuen Funkhaus

Nachricht 19. Oktober 2007

Hannover (epd). Die evangelische Fernseh-Talkshow "Tacheles" wird nach längerer Sendepause vom 27. Oktober an wieder zu sehen sein. Mit einem neuen Konzept seien zunächst zwölf Sendungen geplant, teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag in Hannover mit.
Die neue Moderatorin Ursula Ott werde in den Talkshows mit ihren Gästen darüber diskutieren, warum die Zehn Gebote heute noch aktuell seien. Die erste Ausgabe wird um 22.15 Uhr auf dem Dokumentationssender Phoenix ausgestrahlt.

Gäste der ersten Sendung sind der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber, "Stern"-Vizechefredakteur Hans-Ulrich Jörges, Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die Philosophin und Krimi-Autorin Thea Dorn sowie der Intendant des Thalia-Theaters Hamburg, Ulrich Khuon. "Tacheles" soll künftig in jeweils einer anderen Kirche in Deutschland aufgezeichnet werden, hieß es. Bis September 2006 kam die Sendung aus der Marktkirche in Hannover, moderiert von Fernsehpastor Jan Dieckmann und der NDR-Journalistin Hanna Legatis.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3088/19.10.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

+++++


Kein Gottesdienst aus dem neuen Funkhaus von Radio Bremen

Bremen (epd). Aus dem neuen Rundfunkgebäude von Radio Bremen wird es zur Einweihung am 25. November keinen ökumenischen Gottesdienst geben. Nach der Kritik des Rundfunkratsmitgliedes und Bürgerschaftsabgeordneten Hermann Kuhn (Grüne) sei zu befürchten, dass ein Gottesdienst im Funkhaus nicht mit der notwendigen Ruhe gefeiert werden könne, sagte die evangelische Kirchensprecherin Sabine Hatscher am Freitag dem epd. Dies hätten die Kirchen in einem Brief an den Intendanten Heinz Glässgen zum Ausdruck gebracht.

Kuhn hatte den auf Anregung der Kirche geplanten Gottesdienst im Funkhaus abgelehnt. Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes sei weder konfessionell noch religiös gebunden, sagte er. Dieser Eindruck entstehe aber zwangsläufig durch einen Einweihungs- oder Eröffnungs-Gottesdienst im Haus. Der Personalrat des Senders hatte sich der Kritik angeschlossen.

Die Bremer CDU wiederum hält es für besorgniserregend, wenn sich der Sender dafür rechtfertigen müsse, "dass er christlichen Grundwerten offen gegenüber steht, auf die sogar im Grundgesetz verwiesen wird". Nun soll der Gottesdienst aus der benachbarten evangelischen St.-Stephani-Kirche übertragen werden. "Es ist den beiden großen Kirchen in Bremen ein Anliegen, der Leitung und den Mitarbeitenden des Hauses ihre besten Wünsche für die Zukunft zu übermitteln und ihre Solidarität mit dem Sender und seinem Publikum zum Ausdruck zu bringen", erläuterte Hatscher.

Das neue Funkhaus von Radio Bremen umfasst eine Fläche von 17.000 Quadratmetern. Rund 400 fest angestellte und 150 freie Mitarbeiter sollen dort arbeiten. Die Kosten des Neubaus lagen bei rund 80 Millionen Euro. An dem Gottesdienst, der am 25. November ab 17 Uhr von Radio Bremen aus St. Stephani übertragen werden soll, beteiligen sich führende Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3083/19.10.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen