Landesbischöfin für Partnerschaft bei Entwicklungsprojekten

Nachricht 15. Oktober 2007

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Entwicklungsbezogene Projekte dürfen nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann nur in einer Partnerschaft mit den betroffenen Menschen entstehen. Es müsse dabei immer um ein gegenseitiges Geben und Nehmen gehen, in dem gleichberechtigte Partner zu einem Austausch kommen, sagte Käßmann am Sonnabend in Hermannsburg. Die Bischöfin sprach bei einem "Missionstag" des Evangelisch-lutherischen Missionswerks über das Thema "Mit Projekten die Welt verändern".

"Mir liegt daran, dass wir die Welt nur miteinander verändern, indem Menschen, die an Gott glauben, sich verbünden", sagte Käßmann. Als Beispiele nannte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland Ausbildungsfonds, den Aufbau von Hospizgruppen oder den Einsatz für HIV-Infizierte. Niemand aus Deutschland könne sagen, was gerade gut für Äthiopien sei. "Da müssen wir miteinander fragen: 'Was braucht ihr, was können wir geben?'"

Entwicklungsbezogene Projekte dürften nicht gut gemeint, sondern müssten gut geerdet sein, sagte Käßmann weiter. Ihre Nachhaltigkeit sei ein entscheidendes Kriterium: "Projekte machen nur Sinn, wenn sie keine Abhängigkeiten schaffen." Die Vergangenheit habe gezeigt, dass es auch falsche Ansätze gegeben habe, die gut zwar gemeint, aber schlecht gemacht oder vor Ort unerwünscht gewesen seien.

Das Evangelisch-lutherische Missionswerk informierte beim "Missionstag" Freundeskreise, Partnerschaftsgruppen und Spender über seine Arbeit. Rund 20 Freundeskreise aus den evangelischen Trägerkirchen Hannover, Braunschweig und Schaumburg-Lippe unterstützen laut Missionssprecher Klaus Hampe das Werk, das Kontakte zu Kirchen in 17 außereuropäische Länder unterhält. Etwa 90 Gruppen aus deutschen Kirchengemeinden pflegten eine Partnerschaft zu Gemeinden in Übersee.

Für das Missionswerk seien Konzepte wichtig, die zeitlich begrenzte Projekte wie zum Beispiel einen Brunnenbau mit langfristiger Arbeit in den Partnerkirchen verknüpften, sagte Hampe. Mehr als 60 Mitarbeiter des Werkes seien hauptamtlich als Pastoren oder zum Beispiel im Gesundheitswesen im Ausland tätig. Zu ihrer Aufgabe gehöre es, über längere Zeit in der fremden Kultur zu leben, die Sprache zu lernen und diese Kenntnisse in die Entwicklungsarbeit einzubringen.

Internet: www.elm-mission.net

(epd Niedersachsen-Bremen/b3002/14.10.07)
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