Stadtsuperintendent plädiert für innovative Projekte

Nachricht 11. Oktober 2007

Hannover (epd). Der evangelische Stadtsuperintendent Wolfgang
Puschmann aus Hannover hat angesichts kirchlicher Sparzwänge dafür
plädiert, innovative Projekte in der Stadt zu erhalten. Übergemeindliche
Initiativen wie die Jugendkirche, die Gospelkirche und die
Begegnungsstätte "Haus der Religionen" dürften nicht aufgegeben werden,
sagte er am Mittwochabend in Hannover vor dem Stadtkirchentag. Auch die
Notfallseelsorge, die Arbeit an sozialen Brennpunkten und die Diakonie
mit ihrer offenen Altenarbeit dürften nicht zu kurz kommen.

"Wir sind Kirche in der Stadt und nicht nur eine zufällige
Ansammlung von Gemeinden", betonte Puschmann. Der Stadtkirchentag hatte
im Juli einen drastischen Sparkurs beschlossen. Bis Anfang 2009 sollen
die jährlichen Ausgaben um 4,6 Millionen Euro auf 22,1 Millionen gesenkt
werden. Einige der 68 Gemeinden sollen zusammengelegt, Pfarr- und
Gemeindehäuser aufgegeben werden. Puschmann warnte jedoch davor, nur auf
Zahlen zu blicken: "Das darf nicht die Diskussion über die Inhalte
bestimmen."

Er und die anderen Mitglieder des Stadtkirchenvorstandes legten den
Delegierten den Entwurf eines Stellenrahmenplanes für die Jahre 2009 bis
2012 vor. Dabei könne es bei angestellten Mitarbeitern zu
betriebsbedingten Kündigungen kommen, sagte der Superintendent von
Hannover-West, Christian Sundermann: "Ohne persönliche Härten wird es
nicht gehen." Pastoren müssten mit Versetzungen rechnen. Der
Stadtkirchentag wird 2008 über den Plan entscheiden. Im
Stadtkirchenverband Hannover sind rund 3.600 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Leiter des "Hauses der Religionen", Pastor David Geiß, sagte dem
epd, seine Einrichtung benötige zumindest eine viertel Stelle. Wenn
diese gewährt werde, könnten Ehrenamtliche gesucht und weitere Mittel
eingeworben werden. Ohne diesen Stellenanteil sei die Arbeit jedoch
nicht aufrecht zu erhalten: "Es geht um die Zukunft des Hauses der
Religionen." Puschmann nannte als weitere unverzichtbare Arbeitszweige
das Ökumenische Zentrum, die Wiedereintrittsstelle, die Stadtmission,
das Hochschulpfarramt, die Öffentlichkeitsarbeit und eine geplante
Seelsorge-Kirche.
(epd Niedersachsen-Bremen/b2976/11.10.07)
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