Sozial-Unternehmen wollen Jugend- und Altenhilfe bündeln

Nachricht 09. Oktober 2007

Hannover/Gifhorn (epd). Zwei große soziale Unternehmen in
Niedersachsen bündeln ihre Kräfte. Die Diakonischen Heime
Kästorf in Gifhorn und das diakonische Stephansstift in
Hannover wollen in den nächsten beiden Jahren ihre Jugend-
und Altenhilfe zusammenführen, sagten die Leiter beider
Einrichtungen am Dienstag vor Journalisten in Hannover.
Dazu sollen spezielle Verbünde gegründet werden.

Die beiden sozialen Unternehmen betreuen zusammen unter
anderem rund 750 Jugendliche an rund 30 Standorten im Land
und rund 1.000 pflegebedürftige Menschen in zehn Heimen. In
der Altenhilfe sind dort zusammen rund 500 Menschen
beschäftigt, in der Jugendhilfe etwa 400. "In Zeiten
verschärften Wettbewerbs ist das enge Zusammenwirken in der
Diakonie besonders wichtig", sagte Pastor Walter Weber, der
Vorsteher des Stephansstiftes. In der Pflege konkurriere die
Diakonie auch mit privaten Anbietern.

Die Einrichtungen wollen unter anderem
betriebswirtschaftlich sowie in Fortbildung und Einkauf
zusammenarbeiten. Zudem wollen sie gemeinsame
Pflegestandards entwickeln, erläuterte der Kästorfer
Vorstand Hans-Peter Hoppe. Geräte oder Betten ließen sich in
größeren Stückzahlen günstiger beschaffen. "Diakonische
Einrichtungen werden mit der Kleinstaaterei, die sie
Jahrzehnte lang gehabt haben, nicht bestehen können", sagte
Hoppe.

Weber sagte, das Stephansstift in Hannover sei über ein
Tochterunternehmen unter anderem in Sachsen-Anhalt aktiv und
habe mit Kästorf einen Partner im östlichen Niedersachsen
gefunden. Um eine enge Zusammenarbeit zu ermöglichen,
müssten die einzelnen Arbeitszweige in selbstständige
Gesellschaften umgewandelt werden. Dies sei mit den fünf
Alten- und Pflegeheimen des Stephansstiftes bereits
geschehen. Die künftigen Verbünde seien offen für andere
diakonische Einrichtungen, betonte er.

Weber machte die öffentlichen Kostenträger in Niedersachsen
für die finanziellen Probleme der diakonischen Einrichtungen
verantwortlich: "Wir haben die niedrigsten Pflegesätze in
den westlichen Bundesländern." In Baden-Württemberg erhalte
ein Pflegebedürftiger der Stufe 3 rund 390 Euro mehr im
Monat als in Niedersachsen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2950/09.10.07)
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