Skizzen zu Tübkes Altargemälde werden erstmals gezeigt

Nachricht 09. Oktober 2007

Clausthal-Zellerfeld/Bad Frankenhausen (epd). Zehn Jahre nach der Einweihung des Altargemäldes von Werner Tübke in der Salvatoris-Kirche von Clausthal-Zellerfeld werden Vorarbeiten und Skizzen für das kirchliche Auftragswerk erstmals in einer Ausstellung gezeigt. Das Panorama-Museum im thüringischen Bad Frankenhausen präsentiere ab Sonnabend den kompletten Zyklus von 80 Arbeiten des Leipziger Künstlers Tübke (1929-2004), teilte das Museum am Dienstag mit. Die Entwürfe stammen aus dem Besitz der evangelischen Landeskirche Hannovers.

Der 4,20 Meter hohe und vier Meter breite Flügelaltar gilt als eines der bedeutendsten Altarwerke der vergangenen 50 Jahre. Tübke arbeitete daran von 1994 bis 1996. Der Einweihung des Altars 1997 waren heftige Kontroversen vorausgegangen. Im Zusammenhang mit dem damaligen deutsch-deutschen "Bilderstreit" wurde Tübke pauschal dessen Nähe zum DDR-Regime sowie Verstrickungen in den Machtapparat und Privilegien als Staatskünstler vorgeworfen.

Das Mittelstück des Altargemäldes zeigt die Kreuzigung Jesu und seine Grablegung. Die beiden Seitenflügel sind beidseitig mit Darstellungen von Christi Geburt und der Himmelfahrt bemalt. Im geschlossenen Zustand erscheint auf den Altarflügeln oben der Paradiesgarten und unten eine Abendmahlsszene. Mit der Ausstellung in Bad Frankenhausen werde das Bildprogramm vor dem Hintergrund protestantischer Traditionen erläutert und im Widerstreit kunstkritischer Meinungsbildung kommentiert, hieß es.

Die Ausstellung "Werner Tübke - Der Altar" ist bis zum 27. Januar dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Internet: www.panorama-museum.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2947/09.10.07)
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