Erntedankfest am 30. September

Nachricht 29. September 2007

„Solange die Erde steht, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“

Äpfel, Getreide, Gurken, Sonnenblumen, Tomaten und Zucchini – in jedem Jahr ist der Erntealtar in den evangelischen Kirchen reich gedeckt. Hinzu kommen Brot und Wein. In vielen Gemeinden wird eine Erntekrone geflochten und in der Kirche platziert. Einige Gemeinden gestalten ein Erntebild aus Körnern, Samen, Nüssen und Blumen.

Das Erntedankfest wird zumeist am ersten Sonntag im Oktober mit einem bunten Gottesdienst gefeiert. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht der Dank an Gott den Schöpfer. Die Ernte in der Landwirtschaft und im häuslichen Garten wird als ein Zeichen des Segens Gottes verstanden, der die menschlichen Bemühungen in Garten und Feld krönt. Damit zeigen Christen, dass der Ertrag der Ernte unverfügbar ist.

Allen Religionen gemeinsam ist, dass sie die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit als Geschenk Gottes betrachten. Im ersten Buch der Bibel wird berichtet, dass Kain ein Opfer von den Früchten des Feldes und Abel ein Opfer von den Erstlingen seiner Herde brachte. Im späteren Judentum gab es zwei Erntefeste: das Wochenfest als Getreide-Erntefest und das Laubhüttenfest als Weinfest und als allgemeines Erntefest.

Das christliche Erntedankfest ist ein beweglicher Festtag im Jahreskreis. Seine Feier ist seit dem dritten Jahrhundert belegt. In den evangelischen Gemeinden ist es der auf den Michaelistag (29. September) folgende Sonntag, wie es in Preußen 1773 eingeführt wurde. In der katholischen Kirche wurde 1972 der erste Sonntag im Oktober als Erntedankfest bestimmt. Ein weltweit einheitlicher Termin existiert nicht. Ihn kann es nicht geben, weil der Zeitpunkt des Festes nach Klimazonen unterschiedlich ausfällt.

„Solange die Erde steht, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“, gab Gott Noah als Versprechen. Der Mensch hat die Schöpfung nicht unter Kontrolle. Er kann Wachstum und Gedeihen lenken aber nicht garantieren.

In der Regel sind die Erntegaben auf dem Altar Geschenke aus der Gemeinde, ein Zeichen dafür, dass sie als Geschenke Gottes verstanden werden. Die Spenden der Erntedank-Gottesdienste gehen zudem an Hilfsorganisationen wie etwa Brot für die Welt.

Eberhard Blanke