Landesbischöfin ruft zur Einhaltung von Menschenrechten auf

Nachricht 27. September 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Kirchen dazu aufgerufen, sich klar für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen. "Die ökumenische Bewegung muss Armeen verurteilen, die Kriege führen und dabei Folter, Leiden und Vergewaltigung im Gepäck haben", sagte sie am Donnerstag in Hannover beim Jahresempfang des Landesfrauenrates. Käßmann plädierte dafür, in Konflikten internationale Friedenstruppen mit Polizeifunktion einzusetzen, die nur von den Vereinten Nationen legitimiert sein könnten.

"Als Christinnen und Christen gilt es, darauf zu bestehen, dass Religion endlich nicht mehr Konflikte verschärft, sondern zu ihrer Lösung beiträgt", sagte Käßmann weiter. Die Rechtfertigung eines Krieges könne nicht Sache der Kirche sein: "Ihr muss es um gerechten Frieden und nicht um gerechten Krieg gehen." Ein Krieg sei immer ein Versagen der Politik.

Eine zivile Konfliktlösung müsse trainiert, Prävention und Mediation müssten gelernt werden. Dies bedeute, Friedensdienste zu finanzieren und personell auzustatten. Eine gewaltfreie Konfliktbewältigung sei kein Kinderspiel. "Wenn derzeit jeden Monat acht Millionen US-Dollar für den Krieg im Irak investiert werden, darf doch gefragt werden, was denn mit acht Milliarden Dollar monatlich an Friedensinvestition möglich wäre", sagte Käßmann. Dies sei noch nie probiert worden.

Es sei unvorstellbar, dass der Militärhaushalt der USA von 294,5 Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf 562 Milliarden in 2006 angestiegen sei, kritisierte die Bischöfin. Wenn dieses Geld in Friedensprojekte investiert würde und den verarmten Ländern der Erde zugute käme, entstünden ganz neue Perspektiven für Frieden und Gerechtigkeit. Nach UN-Angaben würden nur 55 Milliarden US-Dollar benötigt, um die Bedürfnisse der Armen zu befriedigen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2839/27.09.07)
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