Landesbischöfin fordert mehr Engagement für Kinder

Nachricht 27. September 2007

Stade (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat mehr gesellschaftliches Engagement für Kinder gefordert. Es brauche nicht nur die leiblichen Eltern, sondern "ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen", sagte Käßmann am Mittwochabend beim traditionellen kirchlichen "Michaelis-Empfang" in Stade bei Hamburg. Die Gesellschaft müsse neu lernen, dass Elternschaft und gesellschaftliches Engagement für Kinder ineinander spielten.

"Die Liebe, die wir als Nachbarin oder Lehrer, als Ausbilderin oder Pastor, als Erzieherin oder Pate in ein Kind investiert haben, ist eine Investition in die Zukunft", sagte Käßmann in der Stader St. Wilhadi-Kirche. Auf diese Weise würden Glaube, Kultur und Werte weitergegeben, die zuvor leibliche und geistige Väter und Mütter vererbt hätten. Wer allerdings nur Börsenkurse im Blick habe, könne tief fallen.

Werte, Halt und Orientierung beziehen Kinder Käßmann zufolge insbesondere aus einer christlichen Erziehung sowie aus Ritualen und aus Vorbildern. "Kinder und Jugendliche suchen Orientierung an Erwachsenen. Sie wollen wissen, was Erwachsene glauben und wo sie Halt finden", sagte die Bischöfin. "Dabei müssen die Vorbilder nicht immer gleich Heilige sein. Aber erkennbar sollten sie sein mit ihren Schwächen und Stärken."

Der Stader Landessuperintendent Manfred Horch verwies auf den Wert des Sonntags für die Familie. Er müsse arbeitsfrei bleiben, weil er als Zeit der Orientierung und des Rückzugs notwendig sei. "Wir brennen sonst aus", warnte der leitende Theologe. Der Michaelis-Empfang in Stade erinnert an den Tag des Erzengels Michael und aller Engel.

Internet: www.sprengel-stade.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2834/27.09.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen