Bischöfin Käßmann: Zehn Gebote in Wertedebatte einbringen

Nachricht 24. September 2007

Arbeitsgemeinschaft Biblische Frauenarbeit beschäftigt sich mit Werten und Glauben

Osnabrück (idea). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat Christen ermuntert, die Zehn Gebote in die allgemeine Wertedebatte einzubringen. Sie sollten die Gebote Gottes bekanntmachen, für deren Akzeptanz werben und den eigenen Kindern vermitteln, sagte die Bischöfin beim Frauentag der Arbeitsgemeinschaft Biblische Frauenarbeit (ABF) am 22. September in Osnabrück. Das Treffen mit rund 800 Teilnehmerinnen stand unter dem Motto „Glauben leben und Werte vermitteln“. Wie Frau Käßmann ausführte, seien Werte wie die Zehn Gebote für eine Gesellschaft lebensnotwendig, damit Alte und Pflegebedürftige respektiert würden („Du sollst Vater und Mutter ehren“) sowie Gier und Neid entgegengewirkt werde („Du sollst nicht begehren …“). Gerade jungen Menschen könnten die Zehn Gebote in ethischen Fragen als Regeln dienen. Ein Werteverlust sei auch beim Umgang mit dem Lebensende zu spüren, so die Bischöfin. Sie verwies auf die Praxis der auch in Hannover ansässigen Schweizer Gesellschaft „Dignitas“, die Menschen durch die Bereitstellung von Medikamenten bei der Selbsttötung hilft. Es sei eine „grobe Verführung“, wenn Menschen vermittelt werde, dieser Tod sei „eine schnelle und saubere Sache“. Frau Käßmann unterstützt ein Verbot „dieser geschäftsmäßigen Praxis mit dem Tod“ und sprach sich für eine Stärkung der Palliativmedizin (Schmerzbehandlung) und der Hospizdienste (Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen) aus.

Die Bischöfin verwies auf eine Umfrage, nach der zwei Drittel der Deutschen die Zehn Gebote als verbindlich ansehen. Sie seien jedoch im Detail nur wenigen bekannt. Manche würden in einer Zeit sexueller Freizügigkeit belächelt wie etwa das Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“. Die ABF gibt seit 20 Jahren biblische Orientierung für Mitarbeiterinnen in der gemeindlichen Frauenarbeit. Viermal im Jahr gibt sie den Materialdienst „Impulse“ heraus mit Entwürfen für Frauenstunden und anderen Anregungen für die Frauenarbeit. In der ABF engagieren sich Frauen aus Landes- und Freikirchen, Gemeinschaften und freien Werken. Die Arbeitsgemeinschaft arbeitet unter dem Dach der Deutschen Evangelischen Allianz und finanziert sich durch Spenden. Als Vorsitzende amtiert Ute Zintarra, Redakteurin beim Evangeliums-Rundfunk (Wetzlar), zweite Vorsitzende ist Pfarrerin Bärbel Wilde (Lüdenscheid).

24.09.2007

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