Landessuperintendent für stärkere ökumenische Akzente

Nachricht 23. September 2007

Osnabrück (epd). Der neue Osnabrücker Landessuperintendent Burghard
Krause hat die evangelische Kirche aufgefordert, stärkere
missionarische und ökumenische Akzente zu setzen. Zugleich
kritisierte er in seiner Einführungspredigt am Sonnabend in der
Marienkirche einen lähmenden Perfektionismus und eine übertriebene
Sorge vor der Finanznot in der Gesellschaft. Jesus Christus habe
gefordert: "Steh auf aus deiner Selbstgenügsamkeit und trau dich mit
dem Evangelium unter die Leute", sagte Krause. Die hannoversche
Landesbischöfin Margot Käßmann führte den 58-Jährigen in sein Amt
ein.

Der promovierte Theologe ist seit dem 1. September Nachfolger von
Doris Janssen-Reschke, die Ende Juli in den Ruhestand getreten war.
Krause war zuvor Landessuperintendent in Göttingen. Nach der
Sprengelreform in der größten evangelischen Landeskirche Deutschlands
waren zum 1. Juli unter anderen die Sprengel Hildesheim und Göttingen
zusammengelegt worden. Osnabrück ist mit 120 Gemeinden und rund
330.000 Gemeindegliedern der kleinste Sprengel der Landeskirche.

Krause appellierte an die Christen verschiedener Konfessionen, eine
"Ökumene der Spiritualität und der gemeinsamen missionarischen
Ausrichtung" zu wagen. Gott wünsche sich für seine Kirche, dass sie
mit den Menschen mitfühle und mitleide. Diakonie dürfe sich nicht
danach richten, ob sie sich ökonomisch rechne, sondern müsse ein Ort
des Erbarmens bleiben. "Nur mit diesem Blick des Erbarmens werden wir
auch eine Kirche sein, die den Menschen nahe kommt", sagte der
leitende Theologe.

Nach Studium, Promotion und Vikariat war Krause von 1981 an Pastor in
Hachmühlen bei Hameln. 1985 wechselte er als stellvertretender
Direktor zum Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Hermannsburg.
1998 wurde er Superintendent in Rotenburg/Wümme, bevor er 2002 als
Landessuperintendent nach Göttingen ging. In seiner Zeit in
Hermannsburg hat Krause den Glaubenskurs "Christ werden - Christ
bleiben" entwickelt, den er in vielen Kirchengemeinden selbst
geleitet hat. Das Buch dazu wurde bundesweit verkauft und auch nach
Brasilien und Indien exportiert.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2779/22.09.07)
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