Junge Väter fürchten noch immer Karriereknick

Nachricht 19. September 2007

Stade/Lüneburg (epd). Viele junge Väter befürchten nach Angaben des evangelischen Experten für Männerarbeit, Helmuth Haase, noch immer einen Karriereknick, wenn sie sich eine berufliche Auszeit für ihre Kinder nehmen. "Da klaffen Wunsch und Wirklichkeit auseinander", sagte er am Mittwoch in einem epd-Gespräch. Haase ist Geschäftsführer der landeskirchlichen Männerarbeit in den Regionen Stade und Lüneburg

In den Betrieben werde jungen Vätern oft signalisiert, dass sie eine Beförderung zunächst einmal vergessen könnten, wenn sie eine Babypause einlegten, berichtete er. Andererseits wachse die Zahl von Vätern, die ihre Kinder aktiv begleiten wollten. Dieser Trend werde durch das Anfang des Jahres eingeführte Elterngeld positiv verstärkt: "Die Väter erkennen: Erziehung ist nicht nur eine Last, sondern auch Freude", betonte Haase.

Ein Indiz dafür sei das seit Jahren steigende Interesse an Vater-Kind-Freizeiten. Mit dieser Arbeit sei die hannoversche Landeskirche vor 15 Jahren bundesweit Vorreiter gewesen. "Mittlerweile haben sich die Angebote verzehnfacht - und das Interesse an den Freizeiten ist ungebrochen", berichtete der Diakon und Sozialarbeiter
Haase: "Früher waren die Männer, die mit ihren Kindern zur Vater-Kind-Freizeit fuhren, noch Exoten. Das ist selbstverständlicher geworden."

Haase beteiligt sich am Programm einer Veranstaltungsreihe des Stader evangelischen Landessuperintendenten Manfred Horch, die unter dem Titel "Vorfahrt Familie" noch bis in den Oktober hinein läuft. Mit Diskussionen und Ausstellungen sowie bei Betriebsbesuchen will Horch für eine familienfreundliche Region werben.

Internet: www.sprengel-stade.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2735/19.09.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen