Auf einen Blick (12.9.)

Nachricht 12. September 2007

Christen und Juden bei Einweihung von Moschee

Göttingen (epd). Eine der größten Moscheen Norddeutschlands wird an diesem Sonnabend in Göttingen offiziell eingeweiht. Zu der Feier seien auch Parteien, Kirchen und andere Religionsgemeinschaften eingeladen worden, teilte der islamische Verband DITIB mit. Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD), der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sowie Vertreter von christlichen Gemeinden und der Jüdischen Gemeinde Göttingen wollten Grußworte sprechen, kündigte Ali-Serka Sahbaz vom Göttinger DITIB-Vorstand an.

Der Bau der Moschee in der Göttinger Weststadt hat nach DITIB-Angaben rund 1,1 Millionen Euro gekostet. Der dreistöckige Bau hat eine Kuppel und zwei Minarette. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern gibt es rund ein Dutzend Räume. Die Kacheln und ein Kronleuchter wurden in der Türkei produziert. Türkische Kalligraphen fertigten die Wand- und Deckenzeichnungen an.

Zur Moschee-Gemeinde gehören Sahbaz zufolge rund 225 Familien. DITIB will in der Moschee auch Sprach- und Alphabetisierungskurse, Nachhilfe und Programme zur Drogen-Prävention anbieten. Zu Diskussionen und Gesprächen sollen Lehrer, Theologen und Vertreter der Polizei eingeladen werden. "Unser Angebot richtet sich nicht nur an Muslime", betonte Sahbaz. "Das Haus steht immer allen offen."

Das Bauvorhaben hatte in Göttingen zunächst hohe Wellen geschlagen. Anwohner protestierten mit Unterschriftensammlungen und Leserbriefen, sie befürchteten Parkplatzprobleme oder Lärm. DITIB machte Zugeständnisse bei der Zahl der Parkplätze und der Höhe der Minarette, von denen auch kein Gebetsruf ertönen soll.

(epd Niedersachsen-Bremen/ b2642/12.09.07)

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Ausstellung zeigt Spender des Projekts "Nase bekennen"

Hildesheim (epd). Die Fotos und Namen der Sponsoren des evangelischen Spendenprojektes "Nase bekennen" werden vom 29. September bis 13. Oktober in der Hildesheimer St. Jacobikirche ausgestellt. Bereits jetzt seien Bilder vieler Spender mit aufgesetzten Clownsnasen im Internet zu sehen, teilte der Kirchenkreis-Jugenddienstes Hildesheim-Sarstedt mit.

Die Initiative "Nase bekennen" ist im Juli angelaufen. Die Jugendlichen bitten dabei Menschen aller Altersgruppen, sich mit einer Clownsnase fotografieren zu lassen und für jedes Foto einen Euro zu spenden. Anlass war das 20-jährige Bestehen des Kinder- und Jugendzirkusses "Mima" des Jugenddienstes. Die Jugendlichen hoffen, mindestens 5.000 Euro zusammen zu bekommen. Zum Auftakt ließen sich die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, der Hildesheimer Superintendent Helmut Aßmann sowie Kommunalpolitiker mit roten Clownsnasen fotografieren.

Internet: www.ev-kirche-hildesheim-sarstedt.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2643/ 12.09.07)

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Bischof Weber fordert Abgrenzung gegen Rechtsextreme

Hannover (epd). Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber hat dazu aufgerufen, sich klar gegenüber Rechtsradikalen abzugrenzen. "Wir dürfen nicht wegschauen, wenn in unserem Lebensumfeld extremistisches Gedankengut um sich greift", sagte der evangelische Bischof am Mittwoch in der Marktkirche in Hannover. Weber sprach in einer ökumenischen Andacht zum Auftakt der ersten Landtagssitzung nach der Sommerpause.

Vorfälle wie im sächsischen Mügeln, wo acht Inder von rund 15 Deutschen angegriffen und verfolgt wurden, dürften nicht stillschweigend toleriert werden. "Wir brauchen eine Kultur der Aufmerksamkeit", sagte Weber vor den niedersächsischen Landespolitikern. Parolen, die radikale Lösungen für gesellschaftliche Probleme verlangten, müsse widersprochen werden, forderte er. Zugleich seien demokratische Vorbilder gefragt.

Der Bischof wies darauf hin, dass viele jugendliche Gewalttäter ihre Lebens- und Berufsperspektive verloren hätten. Dies müssten Gesellschaft, Staat und Kirche im Auge behalten. Im hannoverschen Kongresszentrum will die rechtsextreme NPD an diesem Sonnabend ihren Wahlkampf für die Landtagswahl am 27. Januar 2008 starten. Ein Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Verbänden hat zu einer Großdemonstration gegen die Veranstaltung aufgerufen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2644/12.09.07)
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