Bürger gründen Stiftung zu Ehren des Philosophen Leibniz

Nachricht 07. September 2007

Hannover (epd). Zu Ehren des Philosophen und Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) wollen hannoversche Bürger an diesem Sonntag eine Leibniz-Stiftung ins Leben rufen. Ziel sei es, das Erbe des Gelehrten zu erhalten und in die heutige Zeit hinein weiter zu vermitteln, teilten die Initiatoren mit. Zum Kuratorium gehören unter anderem der frühere niedersächsische Landtagspräsident Professor Rolf Wernstedt (SPD) und der Direktor der Leibniz-Bibliothek, Georg Ruppelt.

Leibniz war von 1676 an 40 Jahre lang Jurist und Bibliothekar am kurfürstlichen Hof in Hannover. Er legte Grundlagen in der Philosophie, Mathematik und Geschichtsschreibung und konstruierte die erste mechanische Rechenmaschine. Der Name Leibniz sei so populär, dass selbst so unwissenschaftliche Produkte wie der Leibniz-Keks seinen Namen trügen, schreiben die Stiftungsgründer. Dennoch seien die Kenntnis über seine Texte wenig verbreitet.

Die Stiftungsidee entstand im Leibniz-Kreis der evangelischen Neustädter Kirche in Hannover, in der der Philosoph begraben ist. Das Startkapital beträgt 15.000 Euro und soll sich im Lauf der Zeit durch Zustiftungen vermehren. Als erste Initiative will die Stiftung die Veranstaltungsreihe "Leibniz im Salon" etablieren. Dabei werden im barocken Turmzimmer der Kirche Texte von Leibniz diskutiert. Das Zimmer ist einer der wenigen Räume aus der Lebenszeit des Gelehrten, die bis heute erhalten sind. Es wurde für festliche Anlässe neu eingerichtet.

Am Sonntag um 11.30 Uhr will sich die neue Stiftung mit einem "Leibniz-Frühstück" auf dem Platz vor der Kirche der Öffentlichkeit vorstellen. Zugleich werden die vierten "Leibniz-Festtage" eröffnet. Bis zum 25. September sind dabei Vorträge, Lesungen und Diskussionen rund um Leibniz geplant. Leibniz sei der bedeutendste Bürger in der Geschichte der Stadt, sagte die evangelische Pastorin Martina Trauschke.

Der Philosoph korrespondierte in Briefen mit fast allen Denkern seiner Epoche bis nach Russland oder China. Sein Nachlass wurde von der Unesco in diesem Jahr in die Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen. In Hannover beschäftigen sich die Leibniz-Bibliothek, die Leibniz-Gesellschaft und die Leibniz-Universität mit dem Erbe des Gelehrten.

Internet: www.leibniz-festtage.de
www.leibniz-festtage.de


(epd Niedersachsen-Bremen/b2600/07.09.07)
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