„Wir erobern die Städte vom Lande aus“

Nachricht 03. September 2007

Praxistag zum Umgang mit Strategien des Rechtsextremismus - 16.10.2007 in Hermannsburg

Sendungswort von Landesbischöfin Käßmann

Im Rahmen der Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt bietet das Haus kirchlicher Dienste in Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen am 16.10. in Hermannsburg einen Praxistag zum Umgang mit Strategien des Rechtsextremismus an. Die Veranstaltung nimmt ein Motto der rechten Szene auf „Wir erobern die Städte vom Lande her“ und richtet sich an kirchliche und kommunale Multiplikatorinnen und Multiplikatoren besonders im ländlichen Raum.

In Vorträgen und Workshops mit Fachleuten geht es um Fragen wie: Wie sind rechtsextreme Aktivitäten rechtzeitig zu erkennen? Welche Fragen und Anliegen kommen dazu besonders aus den Kirchengemeinden selbst? Welche erprobten Möglichkeiten gibt es für Gegenstrategien? Wie können eigene Ideen und Vorhaben vernetzt werden? Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann bündelt die Ergebnisse des Tages in einem Abschlussstatement.

„Odin statt Jesus“ – so steht es auf T-Shirts der rechtsextremen Szene, die mittlerweile vielfach das Image von Glatze, Bomberjacke und Fliegerstiefeln abgelegt hat und in die Mitte der Gesellschaft vordringt. Ihr Angebot reicht von Kinderfesten über Hausaufgabenhilfen bis zu Mitarbeit in Elternvertretungen an Schulen und Vereinsvorständen. Teil rechtsextremer Strategie ist es, sich besonders in kleinstädtischen und ländlichen Strukturen zu etablieren.

Aktivisten der rechten Szene greifen dabei teilweise offen, teilweise verdeckt auf neu-heidnische Argumentationsstränge zurück. In einigen Propagandaschriften und in internen Papieren werden die christlichen Kirchen als Gegner benannt, ihr egalitäres Menschenbild verurteilt und ihr Gottesverständnis verunglimpft. Diese Argumentationslinie stärkt sozial-darwinistische Einstellungen, die in der Bevölkerung durchaus kein Minderheitenphänomen sind.

Die Zahl rechtsextremistischer Fälle in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr, so der Verfassungsschutzbericht, erneut angestiegen: von 1.545 (2005) auf 1.865.

Eine Anmeldung zum Praxistag ist möglich bis zum 15. September 2007. Nähere Informationen enthält ein Faltblatt zum Praxistag. Dieses finden Sie zum Download unter:
www.kirchliche-dienste.de/dov

Faltblätter können auch bestellt werden bei:
Haus kirchlicher Dienste
Arbeitsstelle Friedensarbeit
Archivstr.3, 30169 Hannover
Fax 0511-1241-941
friedensarbeit@kirchliche-dienste.de

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