Landesweite Woche der Diakonie wird am Sonntag eröffnet

Nachricht 30. August 2007

1.000 Veranstaltungen zu "Mitten im Leben. Diakonie." - Spendeneinbruch bei der Diakoniesammlung

Hannover. Am kommenden Sonntag wird die landesweite Woche der Diakonie 2007 mit einem Festgottesdienst in Braunschweig durch den Präsidenten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Klaus-Dieter Kottnik, eröffnet. Das Leitwort der Diakoniewoche, zu der rund 1.000 Veranstaltungen und Gottesdienste in den 2.500 Kirchengemeinden und den 3.000 diakonischen Einrichtungen und Diensten in Niedersachsen stattfinden, lautet "Mitten im Leben. Diakonie". Landesbischöfin Margot Käßmann schreibt dazu in dem heute veröffentlichten Jahresbericht des Diakonischen Werkes der Landeskirche Hannovers: "Diakonie kann von ihrem Wesen her keinen anderen Ort haben als ´mitten im Leben´. Denn wo immer Menschen zusammenleben, brauchen die Kranken, Schwachen, Armen und Hilfsbedürftigen Beistand. Das ist auch in einer Wohlstandsgesellschaft der Fall. Für jede und jeden von uns gilt: am Anfang und am Ende unseres Lebens und oft genug auf dem Weg dazwischen brauchen wir die Hilfe anderer Menschen."

Manfred Schwetje, Direktor des Diakonischen Werkes, kündigte an, angesichts der drastisch zurückgehenden Zuschüsse der Landeskirche Hannovers um 40 Prozent bis zum Jahr 2020, das Diakonische Werk zukünftig verstärkt als unternehmerischen Verband zu führen. In einem 12-Punkte-Programm beschreibt er, wie der Landesverband stärker kundenorientiert und mit dezentralen Strukturen arbeiten soll. Dazu soll bis zum Jahr 2020 ein Drittel des Budgets aus Mitgliedsbeiträgen aufgebracht werden.

Zur Woche der Diakonie werden in Niedersachsen Haus- und Straßensammlungen für diakonische Zwecke durchgeführt. Im vergangenen Jahr musste ein Spendeneinbruch um ein Viertel verzeichnet werden. Im Jahr 2005 wurden noch 108.000 Euro für die Einzelfallbeihilfe und für weitere Projekte gesammelt, im letzten Jahr nur noch 79.000 Euro.


Weitere Informationen zur Woche der Diakonie in Niedersachsen unter www.woche-der-diakonie.de

Hannover, 30. August 2007

Pressemitteilung vom Diakonischen Werk
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Niedersachsen: Diakonie will enger zusammenrücken

Hannover (epd). Angesichts drastischer Rückgänge bei Zuschüssen und Spenden wollen die fünf Diakonischen Werke in Niedersachsen künftig enger zusammenrücken. "Wir müssen mehr auf die landesweite Ebene verlagern", sagte der hannoversche Diakonie-Direktor Manfred Schwetje am Donnerstag vor Journalisten in Hannover bei der Vorstellung des Jahresberichtes für 2006.

Die Zuschüsse der hannoverschen Landeskirche, die drei Viertel des Landes umfasst, werden nach seinen Angaben bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent sinken. Auch die Einnahmen aus Toto-Lotto-Mitteln gingen zurück. Derzeit tragen die fünf Landeskirchen Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer jeweils ein eigenes Diakonisches Werk für die evangelische Sozialarbeit.

Schwetje kündigte an, das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche künftig verstärkt unternehmerisch auszurichten. Der Verband müsse stärker kundenorientiert und mit dezentralen Strukturen arbeiten. Bis zum Jahr 2020 soll ein Drittel des Budgets aus Mitgliedsbeiträgen aufgebracht werden. Zu dem Verband gehören 430 Mitgliedsorganisationen mit mehr als 3.000 einzelnen Einrichtungen und Diensten.

Auf die einzelnen Organisationen kämen somit in Zukunft höhere Beiträge zu, sagte Schwetje. Individuelle Konzepte werde der Landesverband seinen Mitgliedern nicht mehr kostenfrei anbieten können. Abläufe müssten gestrafft, Doppelarbeit vermieden werden. Das Geld dürfe nicht in der Verwaltung versickern, sondern müsse den Bedürftigen vor Ort durch konkrete Hilfe möglichst direkt zugute kommen. Nach Schätzungen Schwetjes setzt die Diakonie in Niedersachsen mit ihren insgesamt rund 50.000 Beschäftigten pro Jahr rund zwei bis drei Milliarden Euro um.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2486/30.08.07)
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