Experten kritisieren: Jungen kommen zu kurz

Nachricht 28. August 2007

Bremen/Oese (epd). Die Kinder- und Jugendarbeit geht nach Auffassung von Experten zu wenig auf Jungen und ihre Bedürfnisse ein. "Jungs kommen zu kurz", sagte Diakon Michael Freitag-Parey von der evangelischen Freizeit- und Begegnungsstätte Oese bei Bremen am Dienstag in einem epd-Gespräch. Jungen fehlten vielfach männliche Vorbilder, an denen sie sich orientieren könnten: "Viele Jungs wissen gar nicht richtig, wie sie sich in einem Streit verhalten sollen, weil es ihnen kein Mann vorlebt."

Die Kinder- und Jugendarbeit in der Kirche sei methodisch eher auf Mädchen ausgerichtet, erläuterte Freitag-Parey. "Es wird gebastelt, gesprochen und gefragt - das entspricht oftmals nicht den Interessen der Jungen." Die Freizeit- und Begegnungsstätte habe in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass Jungen bei Freizeiten dieser Art vermehrt ausblieben.

Sie setze deshalb inzwischen vermehrt auf erlebnis- und spielpädagogische Angebote wie Pfingst- und Fußballcamps nur für Jungen: "Jungs brauchen mehr Zeit, um Vertrauen und eine Beziehung aufzubauen."

Internet: Freizeit- und Begegnungsstätte Oese
KRAFTPROTZ - Bildungsinstitut für Jungen und Männer

(epd Niedersachsen-Bremen/b2458/28.08.07)
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