Diakonie begrüßt Wechsel des Birkenhofs nach Bethel

Nachricht 17. August 2007

Hannover (epd). Das Diakonische Werk Hannover hat begrüßt, dass der hannoversche Birkenhof mit seinem neuen Träger, den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel aus Bielefeld, in der Diakonie bleibt. "Eine andere Entscheidung hätten wir sehr bedauert", sagte Diakonie-Präsident, Pastor Walter Weber, am Freitag auf epd-Anfrage. Er hoffe, dass sich die Spannungen zwischen den Mitarbeitern und der Leitung des Birkenhofs jetzt auflösten, die in der Vergangenheit das Klima belastet hätten, sagte Weber weiter.

Bethel hatte am Donnerstag bekannt gegeben, Hannovers größten Altenhilfeträger mit 721 Beschäftigten und rund 1.200 Bewohnern rückwirkend zum Jahresbeginn übernommen zu haben. Gleichzeitig kündigte Bethel als größtes diakonisches Unternehmen in Europa an, rund zehn Millionen Euro in den Birkenhof investieren zu wollen.

Der Birkenhof war vor einigen Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Im Herbst 2004 wurde eine drohende Insolvenz durch eine "Notlagen-Regelung" abgewendet. Die Mitarbeiter verzichteten ein Jahr lang freiwillig auf ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Anfang 2006 kündigte die Einrichtung an, über ein neues Betriebsmodell verhandeln zu wollen.

Neben der Idee einer Selbstständigkeit gab es bereits zu dem Zeitpunkt ernsthafte Gespräche über eine Kooperation mit Bethel. Verwaltungsvorstand Frank Bröer hatte damals angekündigt, dass "es keine Alternativen zu markttauglichen Betriebsstrukturen" gebe. Geplante Ausgliederungen einzelner Einrichtungen aus dem Birkenhof e.V. und die Furcht vor nicht-gemeinnützigen GmbHs hatten zu internen Konflikten zwischen den Beschäftigten und der Leitung geführt.

Frank Bröer betonte am Freitag gegenüber epd, dass die Entscheidung für Bethel nicht aufgrund einer kurzfristigen wirtschaftlichen Zwangslage getroffen worden sei. "Wir haben uns bewusst einen starken Partner gesucht und sind freiwillig auf diesen Weg gegangen." Schon im Januar hatte der Birkenhof einzelne Bereiche wie die Altenhilfe ausgegliedert und in eigenständige gemeinnützige Gesellschaften umfirmiert. In einem zweiten Schritt sollten die Jugend- und die Behindertenhilfe folgen, sagte Bröer. Für die Mitarbeiter gebe es durch die Kooperation mit Bethel eine im Prinzip unbefristete Arbeitsplatzgarantie.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2356/17.08.07)
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