Auf einen Blick (15.8.)

Nachricht 15. August 2007

Gottesdienst und Gemeinde im Internet?

Gottesdienste werden im Internet übertragen, die User werden über Chat in das Geschehen der vor Ort versammelten Gemeinde einbezogen. In Online-Communities – wie z.B. Second Life - gibt es auch Kirchen, in denen die Nutzer als Avatare am Gottesdienst teilnehmen. Was geschieht, wenn Menschen in einer virtuellen Umgebung sich auf solche Gottesdienstfeiern einlassen? In einem Übersichtsartikel "Gottesdienst und Gemeinde im Internet?" für die Zeitschrift der Gemeinsamen Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD ziehen Tom O. Brok, der frühere Leiter der EKD-Internetarbeit, und sein Nachfolger Ralf Peter Reimann eine Zwischenbilanz, welche Formen es von Online-Gottesdiensten gibt und wie sich Online-Gemeinschaften entwickeln. Dabei zeigen sie Ansätze einer Internet-Predigtlehre auf und werfen einen Blick auf Online-Gemeinschaften in europäischen und amerikanischen Partnerkirchen.

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EKD

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Kindergarten und Gemeinde gestalten Bronzestelen

Garbsen/Region Hannover (epd). Der Kindergarten und andere Gruppen der evangelischen Kirchengemeinde Schloss Ricklingen in Garbsen bei Hannover wollen im September gemeinsam ein Kunstwerk gestalten. Anlässlich des Weltkindertages am 20. September wollten die Kirchengemeinde und ihre Kooperationspartner darauf aufmerksam machen,
dass Kinder ein Recht auf Religion hätten, teilte der Fachbereich "Kunst und Kultur" der hannoverschen Landeskirche am Mittwoch mit.

Unter Anleitung des Bildhauers Oliver Pohl entstünden bei der Aktion "Schöpfung gestalten - Gemeinschaft erhalten" zwei Stelen mit Bronzeplatten. Kinder und Erwachsene würden gemeinsam und jeweils für sich Wachsplatten gestalten, deren Form dann in Bronze gegossen werde. Dazu beschäftigten sie sich mit den biblischen Geschichten von der Schöpfung sowie vom Bund Gottes mit Noah. Es beteiligten sich Gruppen von den Konfirmanden bis zum Männerkreis.

Die Stelen vor dem Kindergarten und dem evangelischen Gemeindehaus in Schloss Ricklingen sollen am Buß- und Bettag (21. November) enthüllt werden. Im September sind unter anderem Vorträge, ein Konzert mit dem Liedermacher Gerhard Schöne und ein Erntedankgottesdienst mit Vernissage geplant. Der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf fördert das Projekt finanziell.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2330/15.08.07)
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"Tag des offenen Denkmals" zeigt Sakralbauten

Bonn/Hildesheim (epd). Der Tag des offenen Denkmals am 9. September steht unter dem Motto "Orte der Einkehr und des Gebets - Historische Sakralbauten". In diesem Jahr öffneten über 9.500 Denkmäler in bundesweit mehr als 3.000 Städten und Gemeinden ihre Türen für Besucher, teilte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am Mittwoch in Bonn mit.

Dazu gehörten vor allem Gebäude wie Kirchen, Klöster und Synagogen, aber auch Wegekreuze, archäologische Ausgrabungsstätten mit kultisch-religiösem Hintergrund, Denkmale an Pilgerwegen oder Spitäler, Schulen und Stifte, die auf kirchliche Gründer und Erbauer zurückgehen.

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee will den Tag des offenen Denkmals am 9. September in Regensburg bundesweit eröffnen. An der Zentralveranstaltung für Niedersachsen in Hildesheim nimmt unter anderen Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) teil. Der "Tag des offenen Denkmals" ist seit 1993 der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Koordiniert wird der Tag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Internet: www.denkmalschutz.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2335/15.08.07)
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Jugendliche legen Erinnerungsweg in Bergen-Belsen an

Bergen-Belsen/Kr. Celle (epd). Jugendliche aus vier Nationen forschen noch bis zum 24. August auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen nach Spuren des ehemaligen Konzentrationslagers. An zehn Tagen arbeiteten die Teilnehmer aus Deutschland, Russland, Weißrussland und der Ukraine auch an einem "Erinnerungsweg", teilte der Christliche
Verein Junger Menschen (CVJM) in Niedersachsen am Mittwoch mit.

Mit Straßenfarbe wollten die rund 20 Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren Aussagen von Zeitzeugen und weitere Markierungen auf einem Radweg entlang der Straße zur Gedenkstätte anbringen, sagte CVJM-Bildungsreferent Jan-Hinnerk Scholljegerdes. Der rund sechs Kilometer lange Weg folge der Strecke, die die mit dem Zug angekommenen Häftlinge von einer Verladerampe bis zum ehemaligen Lagereingang gehen mussten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Jugend-Workcamps seien Gespräche mit Zeitzeugen, sagte Scholljegerdes. Zu einem Treffen mit dem KZ-Überlebenden Ivan Lefkovits aus der Schweiz werde auch die niedersächsische Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) erwartet. Seit 1994 organisieren Jugendorganisationen unter dem Dach des CVJM Landesverbandes Hannover die internationalen Begegnungen in Bergen-Belsen.

Internet: www.bergen-belsen.de, www.jugendserver-niedersachsen.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2326/15.08.07)
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Deutsch-deutsche Grenze verläuft in Ostfriesland -
Pastor erinnert an DDR-Grenze im Internet und in seinem Garten

Idafehn /Kr. Leer (epd). "Halt! Hier Grenze" warnt ein Schild hinter einem Holzzaun. Nur wenige Meter weiter steht eine große schwarz-rot-goldene Grenzstele mit dem Emblem der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) samt Hammer und Zirkel. Mit der originalgetreuen Nachbildung der ehemaligen deutsch-deutschen Grenzanlage, werden Besucher in Ostfriesland unverhofft konfrontiert. Pastor Florian Bortfeldt hat sie in seinem Garten in Idafehn aufgebaut.

Seit 13 Jahren arbeitet der 40-jährige Hobby-Historiker die Geschichte der Grenze auf. Er sammelt Geschichten und Fotos von Erinnerungsstücken, um sie im Internet unter „www.grenzerinnerungen.de“ zu veröffentlichen. "Diese Grenze hat so viel Leid gebracht - das darf nicht einfach vergessen werden", sagt er. Auch in seiner Familie gibt es schmerzhafte Erinnerungen.

Bortfeldts Schwiegermutter gelang die Flucht am 12. August 1961, einen Tag vor dem Mauerbau, als die Grenzen längst dicht waren. Ihr half ein gefälschter schwedischer Pass. Wochen vor dem Grenzübergang übte sie heimlich schwedisch, um nicht aufzufallen. "Bis heute bekommt sie Schweißausbrüche, wenn sei davon erzählen soll", sagt der Pastor.

Von 1952 bis 1989 hinderte ein ausgeklügeltes System von 1.393 Kilometern Sperranlagen die Menschen daran, ohne staatliche Genehmigung von der DDR in die Bundesrepublik zu gelangen. Weil die DDR Grenzverletzungen verschleierte, schwankt die Zahl der bekannten Todesopfer an der Grenze zwischen 86 und mehr als 250 Menschen. Sie wurden verbrannt und anonym bestattet. "Häufig wurden die Angehörigen nicht einmal informiert. Die Opfer verschwanden einfach", sagt Bortfeldt.

Nach dem Fall der Mauer im November 1989 seien die Grenzanlagen mit atemberaubender Geschwindigkeit abgerissen und beseitigt worden, klagt Bortfeldt. "Wer nicht selbst leidvolle Erfahrungen mit der Grenze gemacht hat, braucht materielle Denkmäler." Auch nach der Nazi-Zeit seien alle sichtbaren Hinweise an die Vergangenheit schnell entfernt worden: "Darum fällt es Jugendlichen heute so schwer, sich diese Zeit vorzustellen." Seine Konfirmanden müssen deshalb den Grenzlehrpfad im Pfarrgarten besuchen.

Erst vor einigen Wochen bekam Bortfeldt Post von einer Frau, die ihren Cousin seit Jahren suchte. Seine Recherchen ergaben: Im Übermut kletterte der junge Mann vom Westen her auf die Mauer und wurde von DDR-Grenzern erschossen. Wo er begraben wurde, ist unbekannt. Nur selten berichten Menschen über ihre geglückte Flucht. "Viele sind traumatisiert und haben bis heute Furcht vor Repressalien", sagt Bortfeldt. Noch immer gebe es Stasi-Leute, die eine "Republikflucht" als Verrat an der DDR ansehen.

Jörg Nielsen (epd)

(epd Niedersachsen-Bremen/b2334/15.08.07)
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"Offen für Anderes" - Neue Arbeitshilfe erschienen

Die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (aej) hat zusammen mit dem Amt für evangelische Jugendarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ein Handbuch zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Aussiedlerfamilien in der evangelischen Jugendarbeit herausgegeben. Das Buch soll eine Hilfestellung für die eigene Auseinandersetzung mit Themen wie Integration, interkultureller Dialog oder kulturelle Begegnung bieten. In einem ersten Teil werden die Begrifflichkeiten Aussiedler, Spätaussiedler und Russlanddeutsche erläutert. Im zweiten Teil werden von verschiedenen Autorinnen und Autoren aus Forschung, Wissenschaft und Praxis relevante Themen für die Arbeit mit Aussiedlerjugendlichen vertiefend reflektiert. Im dritten Teil stellen Praktikerinnen und Praktiker aus den verschiedenen Einrichtungen, Gemeinden, Dekanaten und Verbänden ihre Erfahrungen zur Verfügung. Mit dieser Arbeitshilfe sollen hauptberuflich und ehrenamtlich Mitarbeitende ermutigt werden, Kinder und Jugendliche aus Aussiedlerfamilien in den Blick zu nehmen, um neue und andere Wege zu entdecken und zu beschreiten.

http://www.ekd.de/aktuell/54750.html
www.evangelische-jugend.de

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