Bischöfin Käßmann: Ökumenische Großwetterlage frostig

Nachricht 09. August 2007

Berlin/Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat Protestanten, Katholiken und orthodoxe Christen zu verstärkter Zusammenarbeit aufgerufen. Zwar sei derzeit die "ökumenische Großwetterlage frostig", sagte die Theologin der Berliner Wochenzeitung "Die Kirche" (Ausgabe vom 12. August). Wenigstens zu Pfingsten sollte es gemeinsame Gottesdienste geben, "die von allen beteiligten Kirchen als vollwertige Gottesdienste anerkannt werden." Pfingsten gilt in der christlichen Tradition als das Fest der Kirche.

Von der Dritten Ökumenischen Vollversammlung im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) vom 4. bis 9. September müsse das Signal ausgehen, mehr Ökumene zu wagen, betonte Käßmann. Es müsse deutlicher werden, dass sich trotz aller Konflikte "alle an derselben Bibel orientieren." Sie hoffe dabei auch auf Verbesserungen des gespannten Verhältnisses zu den orthodoxen Kirchen, die die evangelische Kirche als "verweltlicht und zu liberal" ansähen. So habe sich die rumänisch-orthodoxe Kirche der Ökumene gegenüber bisher sehr aufgeschlossen gezeigt.

Hilfreich wäre dabei nach Überzeugung der Theologin eine gemeinsame Synode der protestantischen Kirchen in Europa. Die bereits erzielte gegenseitige Anerkennung der Kirchen der Reformation sei eine "viel breitere Basis für ökumenisches Handeln" als das Verhältnis zu Katholiken und Orthodoxen.

Der Beitrag wurde epd vorab zur Verfügung gestellt

(epd Niedersachsen-Bremen/b2292/09.08.07)
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